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Heimische Reptilien im Fokus – ein Informationsabend rund um Ringelnatter und Co.

Ringelnatter ist eine der im Schweizer Mittelland heimischen Reptilienarten: Dazu gehören die noch seltenere Schlingnatter, die Zaun-, Wald- und Mauereidechsen und die Blindschleiche. Doch die letzte offizielle Meldung einer Ringelnattersichtung am Moossee und der weiteren Umgebung wurde laut karch, der Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz, in den 1960er-Jahren gemacht. Das berichtete Christine Wisler Hofer, Reptilienfachfrau, Ende Januar bei einem Informationsabend des Natur- und Vogelschutzvereins Münchenbuchsee und Umgebung NVM, im gutbesuchten Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee. Zahlreiche Interessenten lauschten dem unterhaltsamen Vortrag über die Schweizer Reptilien, ihre Lebensräume und Möglichkeiten der Förderung bedrohter Reptilien.

Was benötigen Reptilien, damit sie in einem Gebiet leben und überleben können? Ganz einfach, erklärte Christine Wisler Hofer im Rahmen ihres Vortrags: Beutetiere, Sonnenplätze, Brutstätten und Eiablageplätze, Schlupfwinkel und Überwinterungsstätten. Ist alles ausreichend vorhanden, können sich die verschiedenen Reptilienarten ausreichend ernähren und Nachwuchs produzieren. Wenn aber einer oder mehrere der Faktoren fehlen oder nur eingeschränkt vorhanden sind, geht das Vorkommen einer Art zurück. So hat die Trockenlegung von Sumpfgebieten und das Verschwinden vieler Auengebiete mit ihren dynamischen Flussläufen zum Rückgang von Ringelnatter und Schlingnatter geführt. Auch geeignete Eiablageplätze oder Schlupfwinkel in grossen Asthaufen oder langjährig bestehenden Grashaufen sowie Lesesteinhaufen und Trockenmauern sind im intensiv landwirtschaftlich genutzten Mittelland rar geworden. Die «Kulturfolgerin» Mauereidechse hingegen findet entlang von Strassen, Bahnlinien und in Siedlungsgebieten viele geeignete Lebensräume. Demzufolge ist sie häufig anzutreffen; an sonnigen Tagen kann man sie sogar im Winter gelegentlich an warmen Mauern beobachten. Vermutlich hat ihre starke Zunahme sogar zum weiteren Rückgang der Zauneidechse geführt. Diese leidet bereits unter dem Verschwinden von Trockenhängen und Magerwiesen und ist – wie die meisten Reptilien – auch durch Hauskatzen stark bedroht. Häufiger anzutreffen ist die Blindschleiche. In Gärten mit Kompost- und Laubhäufen, Hecken und Säumen hält sie sich gerne auf. Dort findet sie auch Schnecken und Würmer, die zu ihren Hauptbeutetieren zählen.

Reptilien im eigenen Garten

Die einheimischen Reptilien sind geschützt und dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Wer auf seinem Grundstück heimische Reptilien fördern möchte, muss nicht zwingend wissen, welche Arten vorkommen. Viele einfache Massnahmen helfen allen Reptilienarten: Legen Sie zum Beispiel Kleinstrukturen wie Steinhaufen, Steinlinsen und Trockenmauern an. Denken Sie dabei daran, dass die Reptilien wechselwarm sind und für ihre Körperfunktionen Wärme von aussen benötigen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur dadurch, dass sie gezielt warme oder kühlere Plätze aufsuchen. Idealerweise liegen diese Kleinstrukturen daher in sonnigen Bereichen, werden aber auch durch Angebote in halbschattigen Bereichen ergänzt. Gerne angenommen werden Ast- und Totholzhaufen, Holzbeigen sowie grosse Gras- oder Laubhaufen. Letztere sollten möglichst über mehrere Jahre am Standort belassen und durch eine jährliche Neuauflage von Material unterhalten werden. Auch Kompost wird gerne genutzt, dort legt zum Beispiel die Ringelnatter ihre Eier ab. Christine Wisler Hofer betonte, dass es in solchen Fällen wichtig ist, in der Zeit vom Beginn er Eiablage im Juni bis Ende Oktober keine Kompost- oder Laubhaufen umzuschichten. Oft bleiben die Jungtiere noch bis in den Herbst dort, um sich zu orientieren. Wertvoll sind auch «wilde Ecken» im Garten, in denen Laub liegen bleibt oder ein Krautsaum unter den Sträuchern wachsen kann. Dort halten sich neben Insekten, Würmern und Schnecken auch Amphibien gerne auf. So kann der Speiseplan von Eidechsen, Blindschleichen oder Ringelnattern bereichert werden.

Gibt es rund um den Moossee noch Ringelnattern?

Ausserhalb der Siedlungen sind die Förderung naturnaher, vernetzter Flächen im Landwirtschaftsgebiet, von selten gewordenen Trockenstandorten und Insektenlebensräumen wichtig für den Fortbestand der heimischen Reptilien. Für die Ringelnatter, die auf Amphibien als Hauptbeutetiere angewiesen ist und auch für die Schlingnatter, welche von einem dynamischen Lebensraum profitiert, gehören die Revitalisierung von Fliessgewässern, die Wiedervernässung trockengelegter Gebiete und die Aufwertung von Kleingewässern zu den wichtigen Fördermassnahmen. Solche Massnahmen werden jedoch in der Regel nicht durch Privatpersonen, sondern durch die zuständigen Stellen des Kantons und der Gemeinden unter Beizug von ArtenspezialistInnen der karch geplant und umgesetzt. Die kantonalen Schwerpunkte des Artenschutzes zielen für die gefährdeten Reptilien auf Erhaltung, Förderung und Vernetzung der bekannten Bestände und ihren Lebensräumen. Doch damit man die richtigen Massnahmen auswählen kann, müssen auch die Fachleute erst einmal wissen, wo welche Reptilienart vorkommt, erläuterte Christine Wisler Hofer beim Vortrag. Dabei ist die Unterstützung durch Freiwillige von grosser Bedeutung. In zahlreichen Freiwilligenprojekten im Berner Mittelland zum Thema «Reptilien» engagieren sich bereits interessierte Gruppen und Einzelpersonen. «Gefunden wird nur dort, wo gesucht wird», betonte die Reptilienfachfrau von der karch. «Wenn man nicht weiss, ob es in einem Gebiet Ringelnattern gibt, liegt das meist daran, dass man noch nicht nachgeschaut hat.» Deshalb führt der Naturschutzverein Münchenbuchsee und Umgebung NVM im kommenden Frühjahr nun gemeinsam mit karch und dem Reptilienfachmann Manfred Eichele, Präsident Natur- und Vogelschutz Burgdorf  rund um den Moossee und in der Umgebung von Münchenbuchsee eine Reptilienerhebung durch. Im Rahmen dieser Erhebung wird das Gebiet in kleinere Flächen eingeteilt, die dann von Freiwilligen im April und Mai regelmässig kontrolliert werden. Da sich alle Reptilien gerne verstecken, hat sich bei solchen Projekten der Einsatz von speziellen Platten bewährt. Der Präsident des NVM, Erich Lang, stellte zum Abschluss des Informationsabends die Methode vor und betonte, dass sich dieses spannende und vor allem zeitlich begrenzte Projekt auch für Familien gut eigne: Die heimischen Reptilien sind alle ungiftig und werden nicht eingefangen oder berührt. Vorkenntnisse sind übrigens nicht nötig, alles Notwendige erfahren die Teilnehmenden an einem Einführungsabend.

Auch wenn Sie nicht am Projekt teilnehmen können, sind Ihre Beobachtungsmeldungen von allen Reptilienarten sehr hilfreich und erwünscht. Besuchen Sie für weitere Informationen zu den Amphibien- und Reptilienarten, den Schutzmassnahmen und wie Sie Beobachtungen melden können doch bitte die Webseite der karch: www.karch.ch oder wenden Sie sich direkt an Frau Wisler Hofer: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Kommen Sie mit auf Reptilienpirsch?

Wir wollen herausfinden, welche einheimischen Reptilien rund um den Moossee und in der Umgebung von Münchenbuchsee vorkommen. Ziel ist es, diese dann gezielt zu fördern. Für die Erhebung suchen wir Freiwillige, die im April und Mai zwei bis drei Mal pro Woche ein zugeteiltes Gebiet kontrollieren. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. In einem kurzen Einführungskurs lernen Sie die Reptilienarten und die sogenannte Plattenmethode kennen, die hier zum Einsatz kommt. Vor Ort notieren Sie dann, welche Tiere Sie entdecken, und machen, wenn möglich, ein Foto. Das Projekt eignet sich für Familien, da die einheimischen Reptilien ungiftig sind.

  • Möchten Sie mitmachen? Mehr Informationen erhalten Sie bei Erich Lang, Co-Präsident Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung, Telefon 031 869 31 38 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

        WEGEN CORONA VIRUS MASSNAHMEN ABGESAGT

  • Informationsabend mit Einführungskurs und Zuteilung der Gebiete: Mittwoch 25. März, 19 Uhr im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee, Oberdorfstrasse 6
  • Beginn des Projekts/Auslegen der Platten am Moossee: Freitag 3. April, 17 Uhr vor dem Strandbad Moossee
  • Ende des Projekts: Ende Mai (Verlängerung je nach Situation max. bis Ende Juni)

 

Text: Bettina Bürki

Bilder:

Blindschleiche im Freispielpark Buchsi am Aufwärmen nach der Winterruhe, Mauereidechsen am Eichgutweg in Buchsi
von Erich Lang, Co-Präsident NVM Buchsi

Ringelnatterweibchen von der Emme; Zauneidechsenpaar, das Männchen mit dem herrlichen Prachtkleid
von Manfred Eichele, Präsident NV Burgdorf und Reptilienfachmann


 

Einsatz für die Natur am Orange Day

Es war sehr heiss an diesem Nachmittag Ende August, als rund 80 Mitarbeitende der Firma GlaxoSmithKline AG (GSK) am so genannten Orange Day ausrückten, um in unserer Gemeinde einen gemeinnützigen Arbeitseinsatz zu leisten.

Die Gemeinde hat die Anfrage der GSK für einen Arbeitseinsatz durch 80 bis 100 Personen an den Naturschutzverein (NVM) weitergeleitet. Dieser wollte sich dieses Unterstüzungsangebot nicht entgehen lassen. Er hat sich für einen Arbeitseinsatz für fünf kleine Gruppen gemeldet. Es war vorgesehen, dass die Gruppen unter Anleitung und mit Begleitung durch Mitglieder des NVM Neophyten ausreissen und ausgraben. Weil der GSK damit nur zur zum Teil gedient war, galt es, unterstützt durch die interne Projektgruppe der GSK und die Einwohnergemeinde Münchenbuchsee, nach weiteren Einsatzmöglichkeiten zu suchen.

Nach intensiven Abklärungen gelang es schliesslich, Arbeiten für 16 Gruppen mit je drei bis sieben Mitgliedern zu finden. Zehn Gruppen haben an verschiedenen Standorten, vorab im Gebiet an der Industriestrasse, in der Buechlimatt, aber auch in mehreren Wäldern Einjähriges Berufkraut, Goldruten, Sommerflieder und Robinien ausgegraben und ausgerissen. Zwei Gruppen halfen Schulhausabwarten bei Jät- und Putzarbeiten. Eine Gruppe hat den Bauwagen des Jugendwerks an der Waldstrasse neu gestrichen.

Bei der Erkundung von Neophytenstandorten im Frühjahr ist aufgefallen, dass es an der Bahnböschung hinter dem Gebäude der GSK an der Talstrasse viele Insekten und Eidechsen hat. Aus dieser Beobachtung erwuchs schliesslich die Idee, anlässlich des Orange Days ein Insekten-hotel und eine Reptilienanlage zu bauen und so nebst dem Ausreissen, Ausgraben und Entsorgen von unterwünschten Pflanzen etwas Bleibendes zu schaffen, das der Natur dient und die Mitarbeitenden der GSK an ihren grossen Einsatz erinnert.

Entstanden ist ein 5 Stern Insektenhotel, gebaut von einem Mitglied des Naturschutzvereins und eingerichtet und finanziert durch die GSK. Ein grosser Ast- und ein kleiner Steinhaufen sollen den Reptilien als Unterschlupf dienen.

Nach dem zweieinhalbstündigen Arbeitseinsatz konnten alle den gelungenen Nachmittag mit einer Erfrischung abschliessen. Die Rückmeldungen zum Nachmittag waren durchwegs positiv. Der Naturschutzverein und die Einwohnergemeinde Münchenbuchsee danken allen Beteiligten ganz herzlich für ihren Beitrag.

Bericht und Fotos: Charlotte Bühlmann

Orange Day 1     Orange Day 2

 

 

Jahresbericht 2019 Arbeitsgruppe Neophyten

In der Arbeitsgruppe Neophyten haben im zurück liegenden Jahr 14 Personen aus dem Naturschutzverein mitgearbeitet. Im Mai traf sich die Gruppe zu einer Arbeitsbesprechung an der die Aufgaben besprochen und den einzelnen Mitgliedern Sektoren (Gebiete) zur Überwachung und Bearbeitung zugeteilt wurden. 2019 hat sich die Arbeitsgruppe fast ausschliesslich auf die Bekämpfung von Einjährigem Berufkraut, Goldruten und Japanischem Knöterich beschränkt. Vereinzelt wurden Robinien und Sommerflieder ausgegraben.

Im Verlauf des Sommers wurde das ganze Gemeindegebiet, inklusive Wald, auf den Bewuchs mit Neophyten überprüft und die einzelnen Standorte auf der Karte markiert. Für Orte mit starkem Befall wurde der Grundeigentümer ausfindig gemacht und das Gespräch mit ihm gesucht. Zurzeit fehlen die gesetzlichen Grundlagen, um die Grundeigentümer oder Pächter dazu zu verpflichten, die Neophyten selber zu bekämpfen. Ein Eigentümer an der Mühlestrasse war freiwillig dazu bereit. Möglich, dass die geplante Verschärfung des Umweltschutzgesetzes dies ändern wird.

Es ist gelungen, einzelne Gebiete, wie z.B. ein grosser Teil des Bärenriedwaldes oder die Talstrasse, bis im Herbst von Einjährigem Berufskraut und Goldruten zu befreien. Andernorts konnten die Bestände stark reduziert oder zumindest eingedämmt werden. Einige Gebiete konnten aus verschiedenen Gründen nicht oder nur zum Teil bearbeitet werden.

In der Arbeitsgruppe wurde vereinbart, dass festgehalten werden soll, an welchen Standorten welche Neophyten wann ausgegraben und/oder ausgerissen wurden. Diese Einsatzrapporte sollen dazu dienen, im Vergleich der verschiedenen Jahre festzustellen, ob die Massnahmen zu einer merklichen Verminderung der Anzahl und der flächenmässigen Ausdehnung der Neophyten beitragen oder nicht, sprich ob die Anstrengungen überhaupt etwas nützen.

Die Statistik 2019 sieht folgendermassen aus:

Ausgerissene / ausgegrabene Neophyten:

Goldruten: 7’080

Einjähriges Berufkraut: 32’530

Japanischer Staudenknöterich: 530

Zeitlicher Aufwand:

Die Statistik ergibt folgende Resultate:

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben (ohne Einsatz am Orange Day) an verschiedenen Strandorten während 126 Stunden Neophyten ausgerissen und ausgegraben. Dabei leisteten die einzelnen Arbeitsgruppenmitglieder zwischen ein paar wenigen bis zu 20, 30 und in einem Fall mehr 50 Arbeitsstunden.

Ende August fand ein Freiwilligeneinsatz durch Mitarbeitende von GlaxoSmithKline statt. Vorbereitet und begleitet wurde dieser Einsatz durch Mitglieder der Arbeitsgruppe, einem Mitarbeiter der Gemeinde und einer Mitarbeiterin des Jugendwerkes. Siehe dazu den Bericht «Einsatz für die Natur am Orange Day».

Am Orange Day wurde während 109 Stunden gearbeitet. Die Anzahl ausgerissener und ausgegrabener Pflanzen wurde nicht gezählt.

Die Anzahl Liter Schweiss, die dabei vergossen wurden, wurden nicht gemessen.

Dort wo es nicht störte, wurden die Pflanzen an einer geeigneten Stelle zum Trocknen liegen gelassen. Andernorts hat der Werkhof die Entsorgung übernommen.

Im Juni wurde im Buchsi Info ein Aufruf zur Bekämpfung der Neophyten publiziert. Im Sommer wurde das Merkblatt «Informationen zu invasiven Neophyten in Münchenbuchsee» neu gestaltet und auf der Homepage der Gemeinde Münchenbuchsee aufgeschaltet. Im Dezember erschien im Buchsi Info der Artikel «Einsatz für die Natur am Orange Day» über den Arbeitseinsatz von Ende August.

Die Arbeitsgruppe hat 2019 mit 126 Stunden einen sehr grossen Einsatz geleistet. Die insgesamt geleisteten 235 Arbeitsstunden entsprechen 5,6 Arbeitswochen zu 42 Stunden. Dieser grosse Einsatz von Freiwilligen kann nicht jedes Jahr geleistet werden und wird eine Ausnahme sein.

In einem nächsten Schritt geht es darum, die Statistik der letzten zwei Jahre auszuwerten und zusammen mit der Gemeinde ein Konzept zu erarbeiten, in welchem festgelegt wird, wer bei der Neophytenbe-kämpfung welche Aufgaben übernimmt und wie die Arbeit möglichst effektiv und effizient ausgeführt werden kann. Grundsätzlich ist es nicht sehr befriedigend, dass die Arbeit vor allem aus der Bekämpfung der Neophyten besteht. Anzustreben ist, die Ansiedlung und Ausbreitung der invasiven Neophyten zu verhindern. Auch dazu müssen in einem Konzept Ziele und Massnahmen formuliert werden.

Wir danken den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und allen die unsere Arbeit im letzten Jahr unterstütz haben für ihren Einsatz.

Arbeitsgruppe Neophyten

Charlotte Bühlmann

 

Jahresbericht 2019 Mauerseglerflugjahr im Kirchturm Münchenbuchsee

Jean-Claude Henry und Stefan Maurer haben die Fluglöcher der Nistkästen am 15.11.19 verschlossen.

  • 51 Jungvögel haben die Brutzeit überstanden und sind ausgeflogen
  • 15 Eier wurden nicht ausgebrütet
  • 2 Jungvögel starben
  • 2 Totvögel in Kasten 21 und 27
  • 2 Kasten wurden nicht benutzt

Fazit:

2019 war für „unsere Mauersegler“, nach zwei guten Brutsaisons 2017/18, wieder ein sehr schwieriges Jahr. Nach einem sehr regnerischen und kalten Mai (mit mehreren Frostnächten) folgte ein regnerischer und kühler Juni. Die Mauersegler waren in dieser Zeit kaum zu sehen und einige Paare sind gar nicht mehr zurückgekehrt und haben das Gelege nicht mehr bebrütet. (15 Eier). Glücklicherweise folgte dann ein warmer Juli, so dass die späteren Gelege einigermassen „über die Runden kamen“. Erfreulich war, dass bis auf 2 Nistkasten alle 30 Kasten kurz oder länger benutzt wurden. In den Kasten 21 und 27 haben wir je einen Totvogel gefunden. Im vergangenen Februar haben Kurt Lienhard, Jean Claude, Ursula Maurer und ich die Kasten gereinigt und mit einem Antiflohmittel (von Lisbeth Lobsiger) behandelt. Diesen Sommer haben wir keine Mauerseglerlausfliegen beobachten können!

Bericht von Stefan Maurer

Vögel im Park

Filmvortrag mit Live Kommentar Martin Leuenberger, versierter Naturfachmann und Präsident Naturschutzverein Wasen im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee am Montag 25. November 2019.

Die über 60 anwesenden Besucher, einige von benachbarten Naturschutzvereinen (Bolligen-NUBIS, Meikirch und Wohlen) und vom FOK (Feldornithologiekurs, der von der Berner Ala und vom Berner Vogelschutz organisiert wird), bekamen nebst Informationen zu den Vögeln, die im Schosshaldenfriedhof in Bern vorkommen, auch die Anfänge von Martin Leuenbergers Aktivität für den Naturschutz mit. Er erzählt uns auf witzige Art, wie dank seinem Fensterplatz zur Schulzeit aus dem ursprünglich einen Nistkasten für Mauersegler nun 298 Bruten entstanden sind, und er die Vogelstimmen besser kennt als Französisch.

Als selbständiger Gärtner in Wasen und als nach wie vor aktiver Gründungspräsident des NV Wasen hat er natürlich einen besonderen Bezug zu Friedhöfen, wie dies der vogelfreundliche Schosshaldenfriedhof in Bern darstellt. Diese 16.8 ha grosse Parkanlage mit ihren alten Baumbeständen bietet vielen Tierarten einen geeigneten Lebensraum und so konnten zahlreiche Vögel im Verlaufe des Jahres durch den Naturfilmer Kurt Mohler gefilmt werden. Nebst den Vogelstimmen erklärte Martin zu den diversen Vögeln deren Ansprüche und Eigenarten. Zum selten gewordenen Gartenrotschwanz zeigte er uns einen speziellen Nistkasten mit viel Lichteinfall, aber mit Doppelloch, damit Jungvogelräuber wie Elstern und Eichhörnchen nicht in den Kasten eindringen können. Mit dem Vorbau werden die Jungen vor zu viel Nässe, die auch durch die Altvögel eingeschleppt werden kann, geschützt. Das Wasser tropft im Vorbau ab, und die Jungen bleiben somit trocken und warm. Unterdessen finden auf dem Friedhofgelände gut 10 Bruten des Gartenrotschwanzes pro Jahr statt. Dieser, wie die übrigen Vögel, brauchen nebst der geeigneten Niststelle die passende Nahrung. Für die Jungvögel sind das meist proteinreiche Raupen und Insekten. Dazu braucht es viele einheimische Pflanzen, welche von z.B. Schmetterlingen als Basis zur Ablage ihrer Eier genutzt werden und dort dann die Raupen ihre Nahrungsgrundlage finden. Die grosse Blütenvielfalt und die lückige Vegetation kann von vielen Parkvögeln, wie Garten- und Hausrotschwanz, Star, Goldammer und Amseln als Nahrungsbasis genutzt werden. Der Buntspecht hackt Höhlen in Bäume, die dann auch von Star, Meisen, Fledermäusen oder anderen Höhlenbrütern genutzt werden können. Nistkasten sollten für Blaumeisen eine Öffnung von nur 26mm aufweisen, damit die grössere und stärkere Kohlmeise da nicht eindringen kann. Für die Kohlmeise, die ihre Nahrung meist dem Baumstamm entlang sucht, im Gegensatz zur kleineren Blaumeise, die eher die Zweige absucht, können Nistkasten mit 30 bis 32 mm grossen Öffnungen aufgehängt werden. Der Kleiber verklebt meist den Bereich um den Zugang zum Nistkasten, daher sein Name. Er kann auch den Baum kopfvoran hinunterlaufen. Der durch sein lautes Lachen auffallende Grünspecht sucht am Boden seine Lieblingsnahrung, Ameisen und ihre Larven. Weiter sind z.B. der kleine, aber laute Zaunkönig, das melancholisch singende Rotkehlchen und der an eine rostige Velokette erinnernde Gesang des Girlitzes im Park zu hören. Der farbenprächtige Distelfink liebt Sämereien und die drolligen Schwanzmeisen sind meist in einer Gruppe zu sehen. In und an den Parkbäumen sind Girlitz, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Buchfink, Grünfink, Eichelhäher, Gartenbaumläufer, Zilpzalp und auch Haus- und Feldsperlinge zu sehen. Gemäss Martin sind gut 30 Vogelarten regelmässig zu entdecken.

Die zahlreichen und interessanten Fragen konnte Martin kompetent und unterhaltsam beantworten.

Der NVM bedankt sich bei Hans Jost (Technik) und Martin Leuenberger für den tollen Vortrag, bei der Kirchgemeinde Münchenbuchsee für das kostenlose Benutzen des Saales und bei den vielen Besuchern für ihr Interesse und die grosszügige Kollekte.

Bericht: Erich Lang

Distefink, Goldammer, Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper