Auf dieser Seite finden Sie Berichte und Fotos über Tätigkeiten und Exkursionen sowie weitere aktuelle Themen:

Einsatz für die Natur am Orange Day

Es war sehr heiss an diesem Nachmittag Ende August, als rund 80 Mitarbeitende der Firma GlaxoSmithKline AG (GSK) am so genannten Orange Day ausrückten, um in unserer Gemeinde einen gemeinnützigen Arbeitseinsatz zu leisten.

Die Gemeinde hat die Anfrage der GSK für einen Arbeitseinsatz durch 80 bis 100 Personen an den Naturschutzverein (NVM) weitergeleitet. Dieser wollte sich dieses Unterstüzungsangebot nicht entgehen lassen. Er hat sich für einen Arbeitseinsatz für fünf kleine Gruppen gemeldet. Es war vorgesehen, dass die Gruppen unter Anleitung und mit Begleitung durch Mitglieder des NVM Neophyten ausreissen und ausgraben. Weil der GSK damit nur zur zum Teil gedient war, galt es, unterstützt durch die interne Projektgruppe der GSK und die Einwohnergemeinde Münchenbuchsee, nach weiteren Einsatzmöglichkeiten zu suchen.

Nach intensiven Abklärungen gelang es schliesslich, Arbeiten für 16 Gruppen mit je drei bis sieben Mitgliedern zu finden. Zehn Gruppen haben an verschiedenen Standorten, vorab im Gebiet an der Industriestrasse, in der Buechlimatt, aber auch in mehreren Wäldern Einjähriges Berufkraut, Goldruten, Sommerflieder und Robinien ausgegraben und ausgerissen. Zwei Gruppen halfen Schulhausabwarten bei Jät- und Putzarbeiten. Eine Gruppe hat den Bauwagen des Jugendwerks an der Waldstrasse neu gestrichen.

Bei der Erkundung von Neophytenstandorten im Frühjahr ist aufgefallen, dass es an der Bahnböschung hinter dem Gebäude der GSK an der Talstrasse viele Insekten und Eidechsen hat. Aus dieser Beobachtung erwuchs schliesslich die Idee, anlässlich des Orange Days ein Insekten-hotel und eine Reptilienanlage zu bauen und so nebst dem Ausreissen, Ausgraben und Entsorgen von unterwünschten Pflanzen etwas Bleibendes zu schaffen, das der Natur dient und die Mitarbeitenden der GSK an ihren grossen Einsatz erinnert.

Entstanden ist ein 5 Stern Insektenhotel, gebaut von einem Mitglied des Naturschutzvereins und eingerichtet und finanziert durch die GSK. Ein grosser Ast- und ein kleiner Steinhaufen sollen den Reptilien als Unterschlupf dienen.

Nach dem zweieinhalbstündigen Arbeitseinsatz konnten alle den gelungenen Nachmittag mit einer Erfrischung abschliessen. Die Rückmeldungen zum Nachmittag waren durchwegs positiv. Der Naturschutzverein und die Einwohnergemeinde Münchenbuchsee danken allen Beteiligten ganz herzlich für ihren Beitrag.

Bericht und Fotos: Charlotte Bühlmann

Orange Day 1     Orange Day 2

 

 

Jahresbericht 2019 Arbeitsgruppe Neophyten

In der Arbeitsgruppe Neophyten haben im zurück liegenden Jahr 14 Personen aus dem Naturschutzverein mitgearbeitet. Im Mai traf sich die Gruppe zu einer Arbeitsbesprechung an der die Aufgaben besprochen und den einzelnen Mitgliedern Sektoren (Gebiete) zur Überwachung und Bearbeitung zugeteilt wurden. 2019 hat sich die Arbeitsgruppe fast ausschliesslich auf die Bekämpfung von Einjährigem Berufkraut, Goldruten und Japanischem Knöterich beschränkt. Vereinzelt wurden Robinien und Sommerflieder ausgegraben.

Im Verlauf des Sommers wurde das ganze Gemeindegebiet, inklusive Wald, auf den Bewuchs mit Neophyten überprüft und die einzelnen Standorte auf der Karte markiert. Für Orte mit starkem Befall wurde der Grundeigentümer ausfindig gemacht und das Gespräch mit ihm gesucht. Zurzeit fehlen die gesetzlichen Grundlagen, um die Grundeigentümer oder Pächter dazu zu verpflichten, die Neophyten selber zu bekämpfen. Ein Eigentümer an der Mühlestrasse war freiwillig dazu bereit. Möglich, dass die geplante Verschärfung des Umweltschutzgesetzes dies ändern wird.

Es ist gelungen, einzelne Gebiete, wie z.B. ein grosser Teil des Bärenriedwaldes oder die Talstrasse, bis im Herbst von Einjährigem Berufskraut und Goldruten zu befreien. Andernorts konnten die Bestände stark reduziert oder zumindest eingedämmt werden. Einige Gebiete konnten aus verschiedenen Gründen nicht oder nur zum Teil bearbeitet werden.

In der Arbeitsgruppe wurde vereinbart, dass festgehalten werden soll, an welchen Standorten welche Neophyten wann ausgegraben und/oder ausgerissen wurden. Diese Einsatzrapporte sollen dazu dienen, im Vergleich der verschiedenen Jahre festzustellen, ob die Massnahmen zu einer merklichen Verminderung der Anzahl und der flächenmässigen Ausdehnung der Neophyten beitragen oder nicht, sprich ob die Anstrengungen überhaupt etwas nützen.

Die Statistik 2019 sieht folgendermassen aus:

Ausgerissene / ausgegrabene Neophyten:

Goldruten: 7’080

Einjähriges Berufkraut: 32’530

Japanischer Staudenknöterich: 530

Zeitlicher Aufwand:

Die Statistik ergibt folgende Resultate:

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben (ohne Einsatz am Orange Day) an verschiedenen Strandorten während 126 Stunden Neophyten ausgerissen und ausgegraben. Dabei leisteten die einzelnen Arbeitsgruppenmitglieder zwischen ein paar wenigen bis zu 20, 30 und in einem Fall mehr 50 Arbeitsstunden.

Ende August fand ein Freiwilligeneinsatz durch Mitarbeitende von GlaxoSmithKline statt. Vorbereitet und begleitet wurde dieser Einsatz durch Mitglieder der Arbeitsgruppe, einem Mitarbeiter der Gemeinde und einer Mitarbeiterin des Jugendwerkes. Siehe dazu den Bericht «Einsatz für die Natur am Orange Day».

Am Orange Day wurde während 109 Stunden gearbeitet. Die Anzahl ausgerissener und ausgegrabener Pflanzen wurde nicht gezählt.

Die Anzahl Liter Schweiss, die dabei vergossen wurden, wurden nicht gemessen.

Dort wo es nicht störte, wurden die Pflanzen an einer geeigneten Stelle zum Trocknen liegen gelassen. Andernorts hat der Werkhof die Entsorgung übernommen.

Im Juni wurde im Buchsi Info ein Aufruf zur Bekämpfung der Neophyten publiziert. Im Sommer wurde das Merkblatt «Informationen zu invasiven Neophyten in Münchenbuchsee» neu gestaltet und auf der Homepage der Gemeinde Münchenbuchsee aufgeschaltet. Im Dezember erschien im Buchsi Info der Artikel «Einsatz für die Natur am Orange Day» über den Arbeitseinsatz von Ende August.

Die Arbeitsgruppe hat 2019 mit 126 Stunden einen sehr grossen Einsatz geleistet. Die insgesamt geleisteten 235 Arbeitsstunden entsprechen 5,6 Arbeitswochen zu 42 Stunden. Dieser grosse Einsatz von Freiwilligen kann nicht jedes Jahr geleistet werden und wird eine Ausnahme sein.

In einem nächsten Schritt geht es darum, die Statistik der letzten zwei Jahre auszuwerten und zusammen mit der Gemeinde ein Konzept zu erarbeiten, in welchem festgelegt wird, wer bei der Neophytenbe-kämpfung welche Aufgaben übernimmt und wie die Arbeit möglichst effektiv und effizient ausgeführt werden kann. Grundsätzlich ist es nicht sehr befriedigend, dass die Arbeit vor allem aus der Bekämpfung der Neophyten besteht. Anzustreben ist, die Ansiedlung und Ausbreitung der invasiven Neophyten zu verhindern. Auch dazu müssen in einem Konzept Ziele und Massnahmen formuliert werden.

Wir danken den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und allen die unsere Arbeit im letzten Jahr unterstütz haben für ihren Einsatz.

Arbeitsgruppe Neophyten

Charlotte Bühlmann

 

Vögel im Park

Filmvortrag mit Live Kommentar Martin Leuenberger, versierter Naturfachmann und Präsident Naturschutzverein Wasen im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee am Montag 25. November 2019.

Die über 60 anwesenden Besucher, einige von benachbarten Naturschutzvereinen (Bolligen-NUBIS, Meikirch und Wohlen) und vom FOK (Feldornithologiekurs, der von der Berner Ala und vom Berner Vogelschutz organisiert wird), bekamen nebst Informationen zu den Vögeln, die im Schosshaldenfriedhof in Bern vorkommen, auch die Anfänge von Martin Leuenbergers Aktivität für den Naturschutz mit. Er erzählt uns auf witzige Art, wie dank seinem Fensterplatz zur Schulzeit aus dem ursprünglich einen Nistkasten für Mauersegler nun 298 Bruten entstanden sind, und er die Vogelstimmen besser kennt als Französisch.

Als selbständiger Gärtner in Wasen und als nach wie vor aktiver Gründungspräsident des NV Wasen hat er natürlich einen besonderen Bezug zu Friedhöfen, wie dies der vogelfreundliche Schosshaldenfriedhof in Bern darstellt. Diese 16.8 ha grosse Parkanlage mit ihren alten Baumbeständen bietet vielen Tierarten einen geeigneten Lebensraum und so konnten zahlreiche Vögel im Verlaufe des Jahres durch den Naturfilmer Kurt Mohler gefilmt werden. Nebst den Vogelstimmen erklärte Martin zu den diversen Vögeln deren Ansprüche und Eigenarten. Zum selten gewordenen Gartenrotschwanz zeigte er uns einen speziellen Nistkasten mit viel Lichteinfall, aber mit Doppelloch, damit Jungvogelräuber wie Elstern und Eichhörnchen nicht in den Kasten eindringen können. Mit dem Vorbau werden die Jungen vor zu viel Nässe, die auch durch die Altvögel eingeschleppt werden kann, geschützt. Das Wasser tropft im Vorbau ab, und die Jungen bleiben somit trocken und warm. Unterdessen finden auf dem Friedhofgelände gut 10 Bruten des Gartenrotschwanzes pro Jahr statt. Dieser, wie die übrigen Vögel, brauchen nebst der geeigneten Niststelle die passende Nahrung. Für die Jungvögel sind das meist proteinreiche Raupen und Insekten. Dazu braucht es viele einheimische Pflanzen, welche von z.B. Schmetterlingen als Basis zur Ablage ihrer Eier genutzt werden und dort dann die Raupen ihre Nahrungsgrundlage finden. Die grosse Blütenvielfalt und die lückige Vegetation kann von vielen Parkvögeln, wie Garten- und Hausrotschwanz, Star, Goldammer und Amseln als Nahrungsbasis genutzt werden. Der Buntspecht hackt Höhlen in Bäume, die dann auch von Star, Meisen, Fledermäusen oder anderen Höhlenbrütern genutzt werden können. Nistkasten sollten für Blaumeisen eine Öffnung von nur 26mm aufweisen, damit die grössere und stärkere Kohlmeise da nicht eindringen kann. Für die Kohlmeise, die ihre Nahrung meist dem Baumstamm entlang sucht, im Gegensatz zur kleineren Blaumeise, die eher die Zweige absucht, können Nistkasten mit 30 bis 32 mm grossen Öffnungen aufgehängt werden. Der Kleiber verklebt meist den Bereich um den Zugang zum Nistkasten, daher sein Name. Er kann auch den Baum kopfvoran hinunterlaufen. Der durch sein lautes Lachen auffallende Grünspecht sucht am Boden seine Lieblingsnahrung, Ameisen und ihre Larven. Weiter sind z.B. der kleine, aber laute Zaunkönig, das melancholisch singende Rotkehlchen und der an eine rostige Velokette erinnernde Gesang des Girlitzes im Park zu hören. Der farbenprächtige Distelfink liebt Sämereien und die drolligen Schwanzmeisen sind meist in einer Gruppe zu sehen. In und an den Parkbäumen sind Girlitz, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Buchfink, Grünfink, Eichelhäher, Gartenbaumläufer, Zilpzalp und auch Haus- und Feldsperlinge zu sehen. Gemäss Martin sind gut 30 Vogelarten regelmässig zu entdecken.

Die zahlreichen und interessanten Fragen konnte Martin kompetent und unterhaltsam beantworten.

Der NVM bedankt sich bei Hans Jost (Technik) und Martin Leuenberger für den tollen Vortrag, bei der Kirchgemeinde Münchenbuchsee für das kostenlose Benutzen des Saales und bei den vielen Besuchern für ihr Interesse und die grosszügige Kollekte.

Bericht: Erich Lang

Distefink, Goldammer, Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper

NVM-Fondueabend

Viele aktive Vereinsmitglieder und weitere Helfer des NVM folgten der Einladung zum Nachtessen im Kirchgemeindehaus am 15. November. Beim zum letzten Mal von Felicitas Zopfi organisierten Fondue-Abend für Personen, die aktiv bei Vereinsanlässen mitgeholfen haben, kamen viele Leute zusammen und nahmen sich Zeit für einen regen und interessanten Austausch untereinander. Nach dem kleinen Apéro mit feinem Bio-Sekt, der von Thomas Scheurer mitgebracht wurde, bereiteten die Gäste nach genauer Anleitung von Marius Luterbacher das Fondue moitié-moitié (Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP) im Caquelon selber zu. Elvira Stöckli, Amin, Myriam Lang, Selina und Carla halfen ebenfalls bei den Vorbereitungen mit. So konnte am schön gedeckten Tisch das Fondue genossen und der Abend mit einem feinen Fruchtsalat und Süssem abgeschlossen werden.

Felicitas wurde für ihren grossen, über viele Jahre dauernden Einsatz im Vorstand des NVM und weitere Arbeiten mit einem Blumenstrauss verabschiedet. Erfreulicherweise haben einige Personen aus der Gruppe der Fröschliretter von der Kirchlindachstrasse den Beitritt zum NVM gleich unterschrieben. Herzlich willkommen im NVM!

Ein grosses Dankeschön vom Vorstand des NVM an Felicitas und der Gruppe von Helfern, aber auch an die weiteren freiwilligen Mithelfenden beim Abräumen und Abwaschen.

Bericht und Bilder: Erich Lang

Pflegeeinsatz Schmetterlingsgarten an der Schmiedegasse in Buchsi

Wir haben die Welt nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen!

Nach diesem Motto engagiert sich unser Verein für die Erhaltung und Neuschaffung von biologisch reichhaltigen Lebensräumen und Naturobjekten sowie deren Pflege und Gestaltung ein zur Erhöhung der lokalen Biodiversität.

Am Samstag 25. Oktober 2019 haben wurde der wegen starken Regens verschobene Einsatz zum Jäten der Wege und Schneiden einiger Pflanzen im NVM-Schmetterlingsgarten an der Schmiedegasse in Münchenbuchsee durchgeführt.

Die wuchernde Brombeerhecke wurde zur Förderung des Schwarzen Holunders zurückgeschnitten, die Wege gesäubert und dominierende Pflanzen eingedämmt. Die abgeschnittenen Blütenstände wurden unter den Brombeerranken zu einem Haufen geschichtet und können so von Insekten und z.B. auch von Blindschleichen als Versteck genutzt werden und allfällige daran vorhandene Raupenpuppen können im nächsten Frühjahr ausschlüpfen.

Zum Glück kann der NVM nach wie vor auf einige motivierte Helfer zählen, die sich zu solchen Natureinsätzen einfinden. Während den Arbeiten findet jeweils ein reger Austausch über Pflanzen, Insekten und weitere, auch private Themen statt. So ist es nicht einfach nur die nötige Arbeit, die erledigt wird, sondern immer auch ein bereichernder Austausch unter den Teilnehmenden, der stattfindet. Gerne dürfen Sie auch dabei sein. Bitte melden Sie sich bei Interesse für Natureinsätze beim NVM.

Hans-Ulrich Stucki hat auf einer grossen Tafel tolle Bilder von Schmetterlingen und Blüten aus dem Schmetterlingsgarten zusammengestellt. Diese kann bei ihm an der Schmiedegasse 6 besichtigt werden und bei Interesse kann Hans-Ulrich gerne Auskunft zum Schmetterlingsgarten geben. Es stehen allenfalls auch Wildpflanzen zum Mitnehmen für Ihren Garten zur Verfügung.

Bericht und Bilder: Erich Lang