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Wie wird mein Garten lebendiger?

Wie gestalte ich meinen Garten für Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel, Igel & Co.?

Bericht zur Begehung von Gärten mit Kaspar Pfister (Gärtner EFZ und Natur- und Umweltfachmann FA, Naturgartenleben GmbH, Münchenbuchsee) am 18. Mai 2019 mit Start im Freispielpark in Münchenbuchsee.

Zu Gast bei Simone Kamer im Freispielpark, wo Kaspar Pfister mit Studienkollegen des sanu Lehrgangs zum Natur- und Umweltfachmann FA im 2017 die biologische Aufwertung dieses Parkes durchgeführt hatte, startete eine erfreulich grosse Besuchergruppe den Rundgang durch Buchsi. Kaspar konnte im FSP natürlich besonders kompetent Auskunft geben und informieren. Die vor Ort vorkommenden Blindschleichen, die sich oft unter den vorhandenen Asthaufen verstecken oder auf den Steinen vor dem Insektenhotel sonnen, konnten wir aber nicht entdecken. Auf den blühenden Wildpflanzen beobachteten wir zahlreiche Fluginsekten, was auch die Kinder, die oft hier spielen, mit Interesse verfolgen und die erhöhte Naturvielfalt im Park zu schätzen wissen.

Weiter konnte die Gruppe den am offenen Dorfbach gelegenen Garten von NVM Mitglied Charlotte Bühlmann, der vor Jahren von naturgartenleben GmbH umgestaltet wurde, besuchen. Vom Gemüsegarten bis zum renaturierten Dorfbach ist da eine breite Spanne von Elementen und Lebensräumen zu sehen. Auf dem blühenden Wiesenschaumkraut fand sich ein Aurorafalter, dessen Raupen das Wiesenschaumkraut als Futterpflanze nutzen. Eine möglichst grosse Vielfalt an Naturpflanzen, die auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen, bieten so einer grossen Zahl von Insekten eine Lebensbasis. In erster Linie sollten einheimische Pflanzen zum Blühen kommen. Einheimische Wildpflanzen passen hierher und das heisst, sie passen auch zur einheimischen Tierwelt. Der Wegerich zum Beispiel wird von 48 verschiedenen Schmetterlingsraupen genutzt. Die Beeren des Schwarzen Holunders werden von 63 Vogelarten gefressen.

Quelle Zeitschrift «Bioterra», Mai/Juni 2015 zu Brennnesseln:

Nicht nur Käferarten, Blattläuse, Minierfliegen und andere Kleintiere leben auf der Brennnessel, sondern auch 49 Schmetterlingsarten benutzen die Brennnessel für die Eiablage und als Raupenfutterpflanze. Einige der Arten sind sogar auf diese Pflanze angewiesen wie Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, C-Falter und Landkärtchen. Wichtig sind jedoch der Standort, die Menge und die Qualität der Pflanzen, denn jede Art hat eine besondere Brennnessel- Vorliebe entwickelt. Der Kleine Fuchs etwa bevorzugt Brennnesseln in sonniger Lage. Tagpfauenaugen suchen eher halbschattige, windgeschützte Bestände auf. Der Admiral liebt vereinzelt wachsende, eher mickrige Brennnesseln und das Landkärtchen grosse Brennnesselbestände, die im feuchten Schatten von Bäumen in der Nähe von Gewässern wachsen. Damit auch die zweite Generation Futter vorfindet, kann man einige der Pflanzen Ende Mai bodeneben abmähen.

Auf dem Weg Richtung Üedeli konnten wir die Naturwiese beim Höheweg-Schmiedegasse und deren Umgebung, die auch von Naturgartenleben GmbH gestaltet wurde, betrachten. Aber nicht ohne auch den darin blühenden invasiven Neophyten, das Einjährige Berufskraut, auszureissen, damit es nicht überhand gewinnt. Bei dem von Hans-Ueli Stucki, mit Unterstützung weiterer NVM Mitgliedern angelegten und unterhaltenen Schmetterlingsgarten konnten wir eine grosse Vielfalt von Blütenpflanzen auf engem Raum sehen. Die grosse Mehlschwalbenkolonie bei Familie Glauser sorgte für eine andere schöne Art von Begegnung. Der gemeinsame naturnahe Garten am Üedeli der Familie Rieser-Keller und naturgartenleben GmbH Besitzer Kurt Odermatt mit integriertem Teich war ein weiteres Beispiel eines schön gestalteten Naturgartens, in dem sich auch die Bewohner wohl fühlen, Naturbeobachtungen machen können, aber auch die Natur sich entwickeln kann.

Zum Abschluss des Vormittages zeigte uns Sabine Käser, die Parkverantwortliche der Privatklinik Wyss, einige Bereiche der grossen und naturnahen Anlage. Einerseits sind mit den Wallabies und Emus Tiere aus dem fernen Australien im auch viel von Familien besuchten Park platziert, es hat aber auch viel Raum für Vögel im grossen Park. Im Weiher tummeln sich Frösche und deren Kaulquappen und im Hochstamm-Obstgarten kommen diverse Vogelarten vor, die hier Nahrung und Nistplätze auch zur Aufzucht ihrer Jungvögel findet. Auf den gestuft gemähten Naturwiesen finden sich zahlreiche Insekten, die ihrerseits wieder als proteinreiche Futterquelle besonders für Jungvögel wichtig sind. Erfreulich ist auch, dass dieses Jahr erstmals Mauersegler in den Nistkästen der Privatklinik brüten. Die Privatklinik ist für Ihre Umgebung, die auch den Patienten zum Spazieren dient, mit dem Label der Organisation www.naturundwirtschaft.ch zertifiziert.

Der interessante Rundgang durch Buchsis Gartenvielfalt fand seinen Abschluss bei einem wohl verdienten Apéro mit dem Küchenchef Andreas Scheider. Wir vom NVM hoffen mit diesem Rundgang bei den Mitmachenden mögliche Ideen für weitere naturnahe Gartengestaltung gegeben zu haben, welche es in Buchsi noch viel mehr braucht. Unser Dank gilt an Kaspar Pfister und seinem Arbeitgeber, der diesen Rundgang kostenlos durchgeführt hat, und natürlich den Gartenbesitzern und besonders auch der Privatklinik Wyss mit Sabine Käser und Andreas Scheider für ihren Einsatz.

Einige der wichtigsten Tipps für einen naturnah gestalteten Garten stammen aus dem Bericht zum Vortrag von Kaspar Pfister »Wie wird mein Garten lebendiger?« und sind dort detailliert beschrieben zu finden.

  • ŸVielfältige einheimische Bäume, Sträucher und Pflanzen ohne Trachtlücken
  • ŸEine offene, sandige besonnte Stelle im Garten für Ruderalpflanzen
  • ŸSteinhaufen: frostsicher, d.h. 50-80 cm tief, ideal mit flachen Steinen geschichtet
  • ŸIm Winter stehen gelassene Samenstauden dienen Vögeln als Nahrung
  • ŸWeiden haben einen hohen ökologischen Wert und sind für viele Bienen die erste Nahrung im Jahr
  • ŸEine Trockenmauer schafft aber auch Lebensraum ähnlich wie ein Steinhaufen
  • ŸTeiche und Wasserstellen sind wertvoll im Garten und bringen ein erfrischendes Element dazu.
  • ŸEine Holzbeige und auch stehendes Totholz sind weitere Elemente zur Förderung der Natur
  • ŸIn privaten Gärten hat Chemie nichts verloren und die Düngung sollte mit eigenem Kompost erfolgen

Konkrete Tipps zur naturnahen Gartengestaltung und Umsetzung erhalten Sie bei naturgartenleben:

Weitere Tipps und Infos für einen lebendigen Garten können Sie auch hier erhalten. Einige Links dazu:

  • ŸBioterrra www.bioterra.ch Bioterra ist die führende Organisation für den Bio- und Naturgarten in der Schweiz. Wir setzen uns für den biologischen Anbau ein. Ihr Engagement gilt der Förderung und dem Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. (naturgartenleben ist Mitglied von Bioterra)
  • ŸBirdLife Schweiz www.birdlife.ch BirdLife Schweiz ist mit 65'000 Mitgliedern eine der grössten Naturschutzorganisationen der Schweiz. Das Netzwerk vereint 440 lokale Naturschutzvereine, 18 Kantonalverbände und zwei Landesorganisationen. Der NVM ist Mitglied von BirdLife Schweiz.
  • Floretia: Wie finde ich die passende Pflanze für meinen Naturgarten? Passend zu «Mission B» von SRF, RSI, RTR und RTS wurde der Verein Floretia ins Leben gerufen. Floretias Ziel ist, dass es allen Menschen, ungeachtet ihres Vorwissens und ihres Budgets, möglich ist, eine naturnahe Fläche zu schaffen.: www.floretia.ch
  • Ÿwww.wildbee.ch wildBee.ch setzt sich für den Schutz der Wildbienen und ihrer Lebensräume ein.
  • ŸAndermatt Biogarten hat schweizweit das grösste Sortiment für den biologischen und naturnahen Pflanzenschutz in den Bereichen Garten, Balkon und Haushalt. www.biogarten.ch
  • ŸEin Video zum Thema: www.youtube.com/watch?v=c4ypxFop6bE
  • Ÿwww.nvm-buchsi.ch

Bericht und Bilder: Erich Lang


 

 

 

 

Gottesanbeterinnen im Naturschutzgebiet Les Follatères im Unterwallis

 

Fotos von Ruedi Stüssi, 14. August 2019

 

 

Abendlicher Rundgang im Schmetterlingsgarten an der Schmiedegasse

Holzbienen, Raupen, Schmetterlinge und viele Vogelarten bedanken sich bei Wildpflanzenexperte Stucki, welcher mit einem grossen Fachwissen, enormen körperlichem Einsatz und Engagement täglich seinen Anteil zum Naturschutz leistet.

Am 23. Juli 2019/ 19 h 00 lud der NVM, Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee, zu einem interessanten Rundgang an der Schmiedegasse ein. Trotz Sommerhitze 30° und Ferienzeit fanden sich 16 Interessierte ein um Hans - Ueli über die Schulter zu schauen, viel Wissen aufzuschnappen und Fragen zu stellen. Ein gelungener Anlass (kann wiederholt werden).*

Hans Ueli Stucki ist ein engagierter, ruhiger Verfechter für Wildpflanzen, setzt sich zum Wohle der Pflanzen- und Tierwelt für diesen effektiven Naturschutz ein.

* Interessierte melden sich bitte direkt bei H. U. Stucki        

für evtl. Führungen oder Beratungen zum Hegen und Pflegen bei Wildpflanzen

ein Beispiel wie er seine, aus Samen gewonnenen Bio Wildpflanzen, später in der Umgebung der Schmiedegasse bei Baumscheiben, kleinen Grasflächen oder eben in seinem Wildpflanzen Garten einpflanzt (von der Gemeinde gratis zur Nutzung zur Verfügung gestellt, um die Wildpflanzenverfechter zu unterstützen) ein kleiner Ausschnitt des Wildpflanzengartens, beschildert, gehegt, mit viel Fleiss gepflegt. Eine Holzbiene sahen wir!

auf einer sonst unbenutzten Grasfläche/Umgebung Schmiedegasse diese ass. Wildpflanzen ausgesät, trockene und noch blühende Skabiosen-verdorrt wie Disteln wunderschön. Vertrocknete Kapseln, Dolden können “stibitzt“ und weiter versamt werden*

*Sicher fand jede Besucher/IN beim Rundgang seine Lieblingspflanze und konnte (wenn schon verblüht) seine Kapseln oder Samen mit nach Hause nehmen um Stucki s Arbeit fortzusetzen.

Wilde Möhre (weisse Dolde, in der Blütendolde eine „Mohrenblüte“ wie ein Insekt- in der Fruchtreife ein grünes Körbchen. Taubenkropf /Leinkraut, Johanniskraut, Skabiosen, Königskerzen, Wegwarte gross und klein - um nur einige der vielen Pflanzensorten bei Stucki zu benennen.

Eine Besucherin wusste noch eine Geschichte zur Wegwarte- ihr Liebster musste in den Krieg, kehrte leider nie zurück- daher steht sie am Weg und wartet/Wegwarte traurig – schön, danke.

Am gelben Hornklee konnten wir uns davon überzeugen, dass die Raupen ihn lieben...gute 4-6 Stück fanden wir an den Stängeln.

Die wilde Karde, gross mit lila Blüten und mehrjährig, wird vom Distelfinken geliebt- welcher sich leider schon zurückgezogen hatte.

Erich Lang, Co- Präsident des NVM verteilte noch die Zettel zur Bekämpfung der Problempflanzen, welche unsere Einheimischen verdrängen. - www.neophyt.ch; www.infoflora.ch

Weli Pflanze muess ig schütze, weli cha ig la stah
u weli söu am beschte grad sofort i Chübu ga“?
Bi Wildpflanze frag dr Hans-Ueli Stucki us Münchenbuchsee um Rat,
de machsch gli für Tier- u Voguwäut e gueti Tat.

Hans Ueli Stucki zeigte uns noch wie die Neophyten korrekt entwurzelt, ausgerissen, geknickt nach der Blüte und entsorgt werden, damit sie blühen dürfen (wer sie liebt), aber doch nicht absamen können. Das jährige Berufkraut war um die Baumscheiben fast vorherrschend- also wohl wahr der Aufruf zum Entsorgen! „Häufet mit, dass nid 10 000 vo Flugsame nächst Jahr üsi Wildpflanze verdränge!“ Danke.

Bericht und Fotos im Bericht: Ursula Mani, Dulliken
Fotos Diashow: Erich Lang

NVM erfolgreich am Buchsi Märit 15. Juni 2019

Der NVM betrieb den Märitstand am Buchsi Markt, der dank der neuen Beachflag gut sichtbar war, unter seinem Jahresmotto „Mehr Natur im Garten, auf dem Balkon und um die Firma!“.

Ein Faltposter mit vielen interessanten Infos zur Biodiversität zum Schwerpunkthema von SRF zur „Mission B“ konnte den Besuchern gratis abgegeben werden. Ebenson diverse Unterlagen von BirdLife Schweiz und die Zeitschrift „Turmfalke“ vom BVS (Berner Vogelschutz). Der NVM gehört diesen beiden Dachorganisationen schon länger an.

In den zwei schönen, von Hans-Ulrich Stucki gestalteten Balkonkisten, konnten z.B. Honigklee, Wilde Malve, Nachtviole und weitere Blüten betrachtet werden, auf denen sich auch Bienen zeigten. Die Raupe vom Braunen Mönch frass sich im Schauglas weiter durch die Blätter der Königskerze. Als weiteres konkretes Beispiel für naturnahe Blütenpracht diente der bunte Wiesenblumenstrauss, gepflückt auf landwirtschaftlichen Wiesen rund um Buchsi. Weiter wurde über invasive Neophyten um Buchsi mit einem Infoblatt und vorhanden Pflanzen informiert. So hatten die motivierten Standbetreuer des NVM konkrete Themen zur Diskussion mit den Standbesuchern und konnten auch über diie Tätigkeiten des NVM informieren.

Die präsentierten Vogel- und Fledermausnistkästen können nach wie vor günstig beim NVM bezogen werden. Nach dem Besuch des Standes und Erklärungen der Zusammenhänge durch die Standbetreuer wollten viele Besucher ihr Wissen beim Wettbewerb zum Standmotto testen und machten sich ans Beantworten der sechs zum Teil kniffligen Fragen. Die fünf glücklichen Wettbewerbsgewinner wurden in der Zwischenzeit benachrichtigt und konnten ihre Preise abholen. Danke allen Besuchern für ihr Interesse und die Teilnahme am Wettbewerb..

Erfreulich viele Standbesucher treten nach dem Kontakt am Stand auch gleich dem NVM bei und unterstützen so dessen lokale Arbeit im Bereich Umweltschutz, Naturförderung und Information der Bevölkerung, was zum Erhalt einer vielseitigen und gesunden naturnahen Umgebung hoffentlich beiträgt.

Besten Dank allen Beteiligten für die Vorbereitung des Standes und der engagierten Mitarbeit, was schliesslich zu einem sehr gelungenen Auftritt führte. Unser Dank gilt insbesondes auch den vielen Standbesuchern und ihrem Interesse am Thema Natur und dem NVM.

Bericht und Bilder: Erich Lang

Wie wird mein Garten lebendiger?
Wie gestalte ich meinen Garten (meinen Balkon oder den Platz um die Firma) für Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel, Igel & Co.?

Bericht zum Infoabend und Präsentation von Gärten mit Kaspar Pfister (Gärtner EFZ und Natur- und Umweltfachmann FA, naturgartenleben GmbH, Münchenbuchsee) am 1. April 2019 im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee.

Kaspar Pfister erklärte auf spannende und lebendige Art den beinahe 70 anwesenden Personen, was für ihn die Definition eines Gartens ist und wie die Gestaltung und Ökologie miteinander vernetzt sind: Ein abgegrenztes Stück Land, das Pflanzen und Tiere enthält und durch den Menschen genutzt wird. Also weder ein Naturschutzgebiet noch ein Wohnzimmer noch ein Acker, aber es kann als der Schnittpunkt dieser drei Gebiete betrachtet werden. In einer Serie von inspirierenden Gartenbildern konnte das Zusammenspiel von Gestaltung, Nutzen und Ökologie mit seiner Dynamik aufgezeigt werden. Wenn diese Lebendigkeit im Garten vom Besitzer zugelassen und z.B. auch Laub liegen gelassen wird, entstehen schöne Gartenbilder, aber gleichzeitig Verstecke für Tiere wie Igel und Vögel, die zugleich Nahrung unter dem Laub finden. Mit einer Holzbeige können optische Akzente gesetzt werden, damit verbunden sind auch Schlupfwinkel für Wildbienen und andere Tiere. Der Garten ist ein komplexes und sensibles Ökosystem, das mit der Zeit selbstregulierend ins Gleichgewicht kommt. Der menschliche Eingriff ist dabei erwünscht, der Aufwand kann aber auch im Mass gehalten werden und ein pflegeleichter Garten entsteht, in dem der Besitzer sich wohl fühlt. Statt Blattläuse mit Chemie zu spritzen helfen Marienkäfer und Wespen, so kann auf natürliche Bekämpfung gesetzt werden. Wenn Lebensräume für diese Helfer geschaffen werden, können sie im Gegenzug von deren Nutzen profitieren. Schnecken, die bereits ab Mai unter ausgelegten Brettern eingesammelt werden und das Giessen am Morgen, helfen diese unter Kontrolle zu halten und wenn noch ein Igel im Garten haust, dann hilft auch der bei der weiteren Reduktion dieser Schädlinge.

Einige der wichtigsten Tipps für einen naturnah gestalteten Garten oder im Kleinen auf dem Balkon:

  • Ÿ  Vielfältige einheimische Bäume, Sträucher und Pflanzen, die mit ihrem Nektar, den Samen und Früchten Nahrung für Mensch und Tier bieten, aber auch farbliche und gestalterische Akzente in den Garten bringen und über gestaffelt über die ganze Vegetationszeit blühen. So benutzen 49 Schmetterlingsarten die Brennnessel für die Eiablage und als Raupenfutterpflanze. Einige der Arten sind sogar auf diese Pflanze angewiesen wie Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, C-Falter und Landkärtchen. Raupen sind wieder eine wichtige Proteinquelle für Jungvögel. Ein anderes gutes Beispiel ist der Schwarze Holunder. Seine Beeren dienen im Herbst 63 Vogelarten als Nahrung und er schmeckt auch fein als Sirup aus den Blüten oder als Konfitüre.
  • Ÿ  Eine offene, sandige besonnte Stelle im Garten bietet Ruderalpflanzen wie dem violett-hellblau blühendem Natternkopf, aber auch Boden bewohnenden Wildbienen einen wichtigen Lebensraum.
  • Ÿ  Asthaufen: Dicke und dünne Äste mit trockenem Laub vermischt in einer Gartenecke dienen als Unterschlupf für Reptilien oder sogar als Winterquartier für den Igel.
  • Ÿ  Steinhaufen: frostsicher, d.h. 50-80 cm tief, ideal mit flachen Steinen geschichtet, sonnig gelegen und mit Hohlräumen versehen, dient ein Steinhaufen Kleinschmetterlingen, aber auch Amphibien und Reptilien als Heim.
  • Ÿ  Im Winter stehen gelassene Samenstauden dienen Vögeln (wie den bunten Distelfinken) als Nahrung. Karden und weitere stehende Markstängel sind für Wildbienen wertvoll.
  • Ÿ  Kopfweiden, die Sie vom NVM erhalten können, haben einen sehr hohen ökologischen Wert und sind für viele Bienen die erste Nahrung im Jahr. Alternierend in jedem 2. Jahr geschnitten, blüht immer eine von zwei Weiden. Geeignet sind schmalblättrige Weiden mit anliegenden Knospen. Darin verstecken sich auch viele weiter Käfer (z.B. der prächtige Moschusbock), die dann wieder als Nahrung für Vögel dienen können.
  • Ÿ  Eine Trockenmauer, ohne Mörtel in den Fugen, ist ein schönes Stilelement im Garten, schafft aber auch Lebensraum ähnlich wie ein Steinhaufen.
  • Ÿ  Teiche und Wasserstellen sind wertvoll im Garten und bringen ein erfrischendes Element dazu. Am besten ohne Fische, da diese den Laich von Fröschen und Larven von z.B. Libellen fressen und so die Vielfalt und den Nutzen des Teiches schmälern. Aufkommende Algen sind wieder eine Nahrungsgrundlage. Ein Teich wird am besten im September-Oktober gesäubert. Um den darin vorkommenden Lebewesen die Rückkehr in den Teich wieder zu ermöglichen, sollte das Material 1-2 Tage neben dem Weiher liegen gelassen werden. Zu beachten ist auch, dass Libellen ihre Eier auf die Unterseite von Blättern am Weiher legen.
  • Ÿ  Mit der bereits erwähnten Holzbeige, aber besonders auch mit stehendem Totholz, kann ein weiteres Element zur Förderung der Natur, aber auch zur spannenden Gestaltung des Gartens erstellt werden.
  • Ÿ  Für Vögel wie die Amsel, die ihr Nest gerne in Sträuchern baut, kann mit dem Quirl-Schnitt vom Schwarzdorn ein guter Schutz gegen die oft zahlreichen Nesträuber wie Katzen und Krähen gemacht werden.
  • Ÿ  In privaten Gärten hat Chemie nichts verloren und die Düngung sollte mit eigenem Kompost erfolgen.

Konkrete Tipps zur naturnahen Gartengestaltung und Umsetzung erhalten Sie bei «naturgartenleben».
Ÿnaturgartenleben gmbh mit neuer Homepage auch mit Kursangebot für Private:
radiostrasse 19, 3053 münchenbuchsee 031 911 22 03, Homepage und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Weitere Tipps und Infos für einen lebendigen Garten können Sie auch hier erhalten. Einige Links dazu:

  • Ÿ  Bioterrra www.bioterra.ch Bioterra ist die führende Organisation für den Bio- und Naturgarten in der Schweiz. Wir setzen uns für den biologischen Anbau ein. Unser Engagement gilt der Förderung und dem Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. (naturgartenleben ist Mitglied von Bioterra)
  • Ÿ  BirdLife Schweiz www.birdlife.ch BirdLife Schweiz ist mit 65'000 Mitgliedern eine der grössten Naturschutzorganisationen der Schweiz. Das Netzwerk vereint 440 lokale Naturschutzvereine, 18 Kantonalverbände und zwei Landesorganisationen. Der NVM ist Mitglied von BirdLife Schweiz.
  • Ÿ  Floretia: Wie finde ich die passende Pflanze für meinen Naturgarten? Passend zu «Mission B» von SRF, RSI, RTR und RTS wurde der Verein Floretia ins Leben gerufen. Floretias Ziel ist, dass es allen Menschen, ungeachtet ihres Vorwissens und ihres Budgets, möglich ist, eine naturnahe Fläche zu schaffen.: www.floretia.ch
  • Ÿ  www.wildbee.ch wildBee.ch setzt sich für den Schutz der Wildbienen und ihrer Lebensräume ein.
  • Ÿ  Andermatt Biogarten hat schweizweit das grösste Sortiment für den biologischen und naturnahen Pflanzenschutz in den Bereichen Garten, Balkon und Haushalt. www.biogarten.ch
  • Ÿ  Ein Video zum Thema

Der NVM bedankt sich bei Kaspar Pfister für den kompetenten und inspirierenden Vortrag. Der NVM steht Ihnen gerne für weitere Infos zur Verfügung und kann Ihnen auch Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse verkaufen.

Bericht und Bilder: Erich Lang