Uferschwalbenexkursion in die Kiesgrube Deisswil          

Am Dienstagabend 19. Mai versammelte sich bei kühlem aber trockenem Wetter eine leider nur kleine Gruppe von 8 Mitgliedern des NVM bei der Kiesgrube Deisswil. Pascal König schilderte uns als Erstes, dass das Gestein auf der Moräne des Rhonegletschers aus diversen Gebieten hier aufgeschüttet wurde. Der Kiestransport ab Abbaustelle zur Waschung erfolgt über eine unterirdische Förderanlage. Die grossen Mengen Waschwasser werden über ein Teichsystem vom Schlamm gereinigt und es wird wiederverwendet.  Zwei Drittel der aufbereiten Kieses gehen an die fbb Kalksteinfabrik an der Bielstrasse in Buchsi. Der Rest wird in der Betonzentrale auf dem Kiesbaugelände zu Transportbeton verarbeitet und vom örtlichen Gewerbe verwendet.

Auf unserem Rundgang sahen wir beim grossen azurblauen Baggersee einige Vögel. Wasservögel wie Reiherente, Blesshuhn aber auch Goldammer und Bachstelze. Mehrere Mäusebussarde kreisten über dem Gebiet. In der Abbauzone der Kiesgrube gibt es in einer sandigen, nahe an der oberen Kante gelegen Zone, eine Kolonie mit gut 25 Brutröhren der stark im Rückgang befindlichen Uferschwalbe. Die Uferschwalben Männchen graben jedes Frühjahr, nach der Rückkehr aus dem Winterquartier in Afrika, eine neue 40 – 70 cm tiefe Bruthöle. Die Weibchen suchen sich dann die beste Partie aus! Weil das Wetter so kühl war, sahen wir leider keine Uferschwalben fliegen. Pascal konnte uns aber viel Interessantes u. A. zur Kreuzkröte, die hier vorkommt, erzählen. In den flachen von der Stiftung „Kies- und Landschaft“ inizierten Teichen fanden wir zuerst einige wenige, an weiteren Standorten, dann noch tausende von Kaulquappen der seltenen Kreuzkröte. www.landschaftundkies.ch

Zum Abschluss besuchten wir den nahe gelegenen Weiher, der in einer früheren Kiesabbauzone  entstand, und von der besitzenden Bauernfamilie als Naturobjekt zur Verfügung gestellt wurde. Ein riesiger Schwarm Staren, der im dichten Schilf sein Nachtquartier hat, war zu sehen. Frösche waren zu hören und wir konnten einen mausenden Fuchs beobachten.

Zum Abschluss erlebten wir noch einen hohen Regenbogen und einen schönen Sonnenuntergang mit Sicht auf Buchsi. Besten Dank an Pascal König für die Organisation und Durchführung dieses interessanten Abendausfluges.  Vielen Dank auch an die Betreiberfirma FBB Kies und Beton AG, die uns den Zutritt gewährte und auch viel für die Uferschwalben und die weiteren Tier- und Pflanzenarten auf Ihrem Gelände unternimmt.

Nachtrag: Meldungen diverser Beoabachter ergaben den Eindruck, dass in diesem Jahr die Uferschwalben zwar in der Kiesgrube am Graben waren aber schluss und endlich nicht in die Brutröhren eingezogen sind. Ich konnte dann aber am 27. Juni wenigstens in gut 6 Löchern Ein- und Ausflug der Uferschwalben beobachten. Zudem konnte ich an einem vorherigen Besuch vor Ort sehr zahlreiche kleinste Kreuzkröten aber auch adulte Kreuzkröten beobachten.

Ein interessanter Beitrag von SRF1 - mitenand:  Eine neue Heimat für die Uferschwalben: www.srf.ch/sendungen/mitenand/eine-neue-heimat-fuer-die-uferschwalben

Text und Impressionen: Erich Lang