Leben in Ostafrika

10. 01. 2017

Bericht von Erich Lang:

Zum Bildervortrag am 10. Januar 2017 konnten der NVM gut 40 interessierte Personen in der Aula des Bodenackerschulhauses begrüssen.

Felicitas Zopfi, Biologin und NVM Vorstandsmitglied konnte den Anwesenden viel Lehrreiches zur Natur, aber auch von Leuten auf der Schattenseite des Lebens erzählen. Ostafrika (Kenia und Tansania), hat mit bekannten Nationalparks, dem Viktoriasee, der gut 1.5x so gross wie die Schweiz ist, und dem Kilimanjaro, den mit 5‘895m höchsten Gipfel Afrikas, dominante Elemente. Die enorme Verdunstung von Wasser und die Lage nahe beim Äquator sorgen für ein spezielles Klima in der Umgebung des Victoriasees. Trotzdem ist Regen sehr wichtig und auch gleichbedeutend mit Ernte.

Die Pflanzenfresser unter den Wildtieren ergänzen sich in idealer Weise: Zebras fressen Stängel, Gnus die Blätter, Gazellen sind die Rasenmäher, Antilopen sind die Nachputzer und Elefanten sind die Gärtner, die auch Bäume fällen. Diese Tiere weiden meist zusammen und ergänzen sich in idealer Weise.

Baobab, der Affenbrotbaum ist für viele Leute heilig und mit seinem Geist sollte man gut auskommen. Er trägt  meist keine Blätter. Diese wachsen jedoch kurz vor der Regenzeit. Er wird bis 2‘000 Jahre alt und speichert Wasser. Deshalb werden Baobabs bei Trockenheit von Elefanten angegangen. In der Mittagshitze dient er als Schattenspender. Viele Steppen werden jährlich durch Blitze entzündet und brennen dann ab.

In den Hügelzonen wird oft kleinräumig Landwirtschaft zur Selbstversorgung betrieben. Diese Gegend gleicht der Schweizer Hügelzone. Die Böden sind, da wo stark abgeholzt wurde, oft von Erosion betroffen und nährstoffarm.

Die Kraterlandschaft des Ngorongoro Nationalparks mit seinen steilen und vom Regen dichtbewachsenen Flanken ist ein besonderes Gebiet, in dem die Elefanten gefangen sind und ein Austausch mit anderen Populationen fehlt. Er wird touristisch stark genutzt.

Der 500m tiefe Malawi See weist viele Fische und spezielle Maulbrüter auf. Diese Buntbarsche werden in einem Projekt der Uni Bern studiert.

Im Usambara Bergwald (Herkunft des bei uns häufig in Stuben stehenden, Usambaraveilchens) sind viele Dörfer nicht mit Strassen erschlossen. Es wird Gemüse- und Ackerbau mit Mais betrieben. Kaffee, Tee und Bananen werden ebenfalls angebaut. Die Wurst vom Wurstbaum wird in Rädchen geschnitten, dem Gerstenbier beigemischt, aber auch Elefanten mögen diese Früchte.

Die Vogelwelt an den Ostafrikanischen Salzseen wird vom Rosa Flamingo bevölkert, dessen intensive Farbe von einer speziellen Algenart aus den Seen herrührt. Strauss, Geier, Marabu, Adler, aber auch die kleinen bunten Webervögel mit Ihren imposanten Nestern sind anzutreffen. Perlhühner kommen in der Natur vor, werden auch in Häusern gehalten. Termiten sind einerseits die Aufräumpolizei aber auch gefürchtet für Ihre Frassschäden an Gebäuden. Reptilien gibt es diverse, aber eher wenig Schlangen.

Die Giraffe mit Ihren weichen Lippen frisst in luftiger Höhe bis 5 cm lange Akaziendornen ohne sich zu verletzen. Paviane sind wegen Ihrer möglichen Angriffslust gefürchtet. Löwen starben oft wegen von Hunden übertragenen Krankheiten, wie von der Uni Frankfurt an einem Projekt in der Serengeti nachgewiesen werden konnte. Viele Rinder der Massai wurden krank und so werden vermehrt Dromedare gehalten. Zum Überleben werden zahlreiche Bäume abgeholzt und zu Holzkohle verarbeitet und verkauft, was die Erosion begünstigt. Der Tourismus bringt einerseits Einkommen durch Schnitzereien und für Führer, aber auch eine Kluft zwischen denjenigen, die davon profitieren und der restlichen Bevölkerung. Es gibt viele Kinder, aber nur wenig Schulen und berufliche Ausbildung. Die Schule ist zwar gratis, aber die Uniform, der Transport zur Schule, die Bücher und Schulmaterial müssen bezahlt werden, und so gehen viele Kinder nicht oder zu wenig lange zur Schule. Dafür arbeiten sie oft zu Hause mit. Trotz geringem Einkommen werden an Festen die Kinder stolz herausgeputzt. Solche Momente sind den Familien wichtig, auch als Statussymbol. Die einfachen Hütten und deren Umgebung werden aus Furcht vor Schlangen mehrmals täglich sauber gewischt. Ziegen werden des Fleisches wegen gezüchtet und verkauft.

Das Gesundheitswesen ist einfach und es hat wenig Spitäler. Viele Leute sind von Malaria aber auch von Verbrennungen von Nachtfeuern betroffen.

Felicitas hat von während Ihren diversen Reisen von schwierigen Einzelschicksalen berichtet bei denen Sie Hilfe leisten konnte. In Nairobi mit seinen mehr als 2.5 Millionen Einwohnern leben fast 80% der Bevölkerung in Slums. Elektrizität wird oft illegal ab den Stromleitungen abgezapft. Dadurch entstehen oft Feuer, bei denen es zu Toten kommt.

Es gibt in Nairobi ein Männer- und ein Frauengefängnis, die je so gross wie Buchsi sind. Mit Pater Peter Meienberg hatte Felicitas da Zugang und konnte etwas Unterstützung bringen. Der Ausgleich zwischen Gefangenen und Bewacherinnen musste jedoch immer wieder beachtet werden, damit niemand leer ausging.

Felicitas ist es durch das selbst erlebte gelungen, den im Saal Anwesenden die oft schwierigen Umstände eindrücklich näher zu bringen.

Sie wurde beim Vortrag an der Technik von Kurt Lienhard unterstützt. Er hat einerseits Dias mit Überblendtechnik aber auch Beamerelemente gekonnt projiziert. Herzlichen Dank Felicitas  für die lehrreiche Präsentation, Kurt für die gut funktionierende Technik, sowie dem Abwart des Schulhauses Bodenacker, Florian Guggisberg, für die gute Zusammenarbeit.