Gartenvogelexkursion mit Pascal König

Bei schönstem Wetter trafen sich zahlreiche NVM Mitglieder und erfreulicherweise auch einige weitere Personen zur Gartenvogelexkursion, welche vom Vogelexperten und Co-Präsidenten des NVM, Pascal König durchgeführt wurde. Beim Rundgang über das Gelände der Privatklinik Wyss konnte uns Pascal viel Interessantes zu den gesichteten Vögeln und weiteren Zusammenhängen in der Natur erklären.

An den Gebäuden nisten zahlreiche Hausspatzen, die man an ihrem eher grauen Kopf von den Feldspatzen, die oben braun sind und zudem noch einen schwarzen Punkt an der Wange haben, unterscheiden kann. Sogar in den Mauerseglernistkasten haben sich die piepsigen Spatzen eingenistet. Die Ringeltaube mit Ihrem weissen Streifen über den Flügeln hat einen 5 strophigen Gesang im Gegensatz zur Türkentaube, die nur 3 Strophen mit einer Melodie, die wie „Grossmuetti“ tönt, gurrt. 

In den weichen und zum Teil knorrigen Birken sind Löcher vom Buntspecht vorhanden. Diese werden auch von Blau- oder Kohlmeisen als Nistplatz benutzt. Meisen und Spatzen benutzen aber auch gerne klassische,  zur Verfügung gestellten Nistkasten. Der gesichtete Grünfink mit seinem lauten Gesang und den gelben Streifen am Flügel baut sich aber offene Nester. Bei den alten Obstbäumen konnten wir erfreulicherweise einen eher seltenen Trauerschnäpper mit seiner weissen Brust und seinem schwärzlichen Rücken sehen. 

Die in zahlreichen Gehegen gehaltenen Tiere wie Kängurus, Emus (australischer Laufvogel), Alpakas, Hasen, Ziegen und ein Esel bringen Abwechslung in den Alltag der Patienten. Eine dichte Hecke aus einheimischen Sträuchern, aber auch die Nahe Nussbaumallee und die Naturwiese dienen vielen Vögeln und Insekten als Nahrungsquelle und als Unterschlupf. Für eine gute Heckenpflege ist es wichtig schnellwüchsige und somit dominante Elemente, wie Haselstrauch oder Hartriegel, im Zaum zu halten oder sogar auf den Stock zu setzen. Das Schnittgut kann zu Asthaufen aufgeschichtet werden. Idealerweise ergänzt mit einem Steinhaufen entstehen so weitere wichtige Elemente zur Förderung der Artenvielfalt vor Ort. Darin finden Insekten, Amphibien, aber auch Zaunkönig, Igel und Wiesel einen Rückzugsort. Der vorhandene Teich ist einerseits Wasserstelle aber auch Laichort oder Lebensort für Frösche, Kröten und Molche.

Singvögel sind am Morgen früh ab 5 bis 6 Uhr am Aktivsten. Mit dem Gesang wird einerseits das Revier markiert, aber auch ein Weibchen angezogen. Die Mönchsgrasmücke singt im Gebüsch und es kann tönen, als ob zwei Steine aufeinander geklopft würden. Den häufigsten Vogel in der Schweiz, den Buchfink, bekamen wir im schönsten Sonnenlicht zu sehen.

Am Himmel kreisend, konnten wir einen Schwarzmilan beobachten. Sein Schwanz ist weniger stark gegabelt und er hat weniger helle Flecken als der Rotmilan.

Ein Star liess sich nach anfänglichem Zögern nur kurz vom Füttern seiner Jungen, die in einer Höhle in einer Fichte wohnen, abhalten. Ob der an einer riesigen Birke angebrachte Fledermauskasten wohl mit den Nachtsäugern besetzt ist?

Zurück beim Hauptgebäude, begrüsste uns ein Hausrotschwanz, von seiner hohen Warte vom Dachfirst aus.

Diese Exkursion gab den Teilnehmern auch im Hinblick auf die jährlich stattfindende Gartenvogelexkursion vom 5. - 7. Mai 2017 von Bird Live Schweiz zahlreiche Tipps zum Erkennen der Vögel im eigenen Garten. Bei einem Getränk im Restaurant der Klinik Wyss konnten noch weitere Themen besprochen werden und sogar NVM Neumitglieder gewonnen werden.

Herzlichen Dank an Pascal für diese interessante Führung. Seine informativen Ausführungen und Erklärungen über die Zusammenhänge, die es für eine lebendige und intakte Natur braucht, waren sehr wertvoll. Besten Dank an die Klinik Wyss für das Besuchsrecht und ein Lob für die vielen naturnahen Elemente auf Ihrem Gelände.

Text und Bilder: Erich Lang