Insektenkurs für Kinder im Freispielpark

Welche Insekten gibt es eigentlich in Münchenbuchsee zu entdecken? Im naturnah gestalteten Freispielpark sollten doch Sechsbeiner und andere Gliederfüssler aufzuspüren sein!

An zwei Nachmittagen im April wurden zwei Kindergruppen - im Rahmen der Ferienaktivität des Jugendwerks – in die Welt der Krabbeltiere eingeführt. Mit Lupen und Forscherbüchlein ausgestattet, begaben sich die 6-11 jährigen Jungforscherinnen auf die Pirsch, untersuchten den von Simone Kamer extra angelegten Totholzhaufen, legten Steine um, hoben Rindenstücke an und fingen fliegende Insekten mit dem Kescher ein. Die Beute wurde in kleinen Sammelbechern eingefangen, genau betrachtet, bestimmt und danach im Park wieder freigelassen.

Was es alles zu entdecken gab! Die farbigen Feuerwanzen mit dem zur Abschreckung von Fressfeinden ‘aufgemalten’ Gesicht, auch deren Junge, die im Gegensatz zu anderen Insektenarten von ihren Eltern teilweise noch behütet und gefüttert werden, Ameisen, Spinnen, Asseln, Laufkäfer, Steinläufer, Schwebliegen, Libellen und Zikaden – fast das gesamte Spektrum an Insektenfamilien und anderen Gliedertieren wurden von den Kindern ohne Furcht und mit viel Forscherelan aufgespürt!

Als Dank für so viel Einsatz und Hingabe für die doch eher kleinen, bescheidenen Tierchen blinzelte nach ausreichend Sonnenschein auch noch ein grösseres Tier aus dem Steinhaufen unterhalb des Lebensdreiecks hervor: Eine Blindschleiche, welche die ersten Frühlingstage geniessen wollte. Aufgrund der noch eher kühlen Temperaturen befand sich die Schleiche noch in einer Art Kältestarre und liess sich von allen Kindern anfassen, fast so, als hätte sie die Berührung durch die warmen Kinderhände genossen.

Im zweiten Teil des Forschernachmittages stand nach einem Zvieri noch etwas Theorie auf dem Programm: Wie unterscheiden sich Insekten von anderen Gliederfüsslern? Was unterscheidet den Käfer von den Wanzen? Zusätzlich wurden ein paar Tarnkünstler aus Übersee, welche von der Kursleiterin Lea Kamber zuhause gezüchtet werden, als Anschauungsobjekte genauer untersucht: Wandelnde Blätter und Gespensterschrecken. Vor beiden Insektenarten, trotz beachtlicher Grösse und stachliger Füsse, welche sich noch zu gerne an Händen und Kleidung festkrallen, scheuten sich die Kinder nicht, auch diese Tiere einmal anzufassen. Nur vom mitgebrachten Skorpion hielten die Kinder verständlicherweise ausreichend Abstand. Auch den Einsatz einer Profilupe wollten die Kinder üben – gar nicht so einfach, muss man doch selbständig ein Auge zuhalten können, ohne Einsatz der Hände, da diese einerseits fürs Halten der Lupe und fürs Heranführen des Forschungsobjekts (in diesem Fall ein Insektenpräparat) gebraucht werden.

Alles in allem ein erfolgreicher Nachmittag mit vielen, unerwarteten Begegnungen aus dem Tierreich.

Fotos: Erich Lang