Vögel im Park

Filmvortrag mit Live Kommentar Martin Leuenberger, versierter Naturfachmann und Präsident Naturschutzverein Wasen im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee am Montag 25. November 2019.

Die über 60 anwesenden Besucher, einige von benachbarten Naturschutzvereinen (Bolligen-NUBIS, Meikirch und Wohlen) und vom FOK (Feldornithologiekurs, der von der Berner Ala und vom Berner Vogelschutz organisiert wird), bekamen nebst Informationen zu den Vögeln, die im Schosshaldenfriedhof in Bern vorkommen, auch die Anfänge von Martin Leuenbergers Aktivität für den Naturschutz mit. Er erzählt uns auf witzige Art, wie dank seinem Fensterplatz zur Schulzeit aus dem ursprünglich einen Nistkasten für Mauersegler nun 298 Bruten entstanden sind, und er die Vogelstimmen besser kennt als Französisch.

Als selbständiger Gärtner in Wasen und als nach wie vor aktiver Gründungspräsident des NV Wasen hat er natürlich einen besonderen Bezug zu Friedhöfen, wie dies der vogelfreundliche Schosshaldenfriedhof in Bern darstellt. Diese 16.8 ha grosse Parkanlage mit ihren alten Baumbeständen bietet vielen Tierarten einen geeigneten Lebensraum und so konnten zahlreiche Vögel im Verlaufe des Jahres durch den Naturfilmer Kurt Mohler gefilmt werden. Nebst den Vogelstimmen erklärte Martin zu den diversen Vögeln deren Ansprüche und Eigenarten. Zum selten gewordenen Gartenrotschwanz zeigte er uns einen speziellen Nistkasten mit viel Lichteinfall, aber mit Doppelloch, damit Jungvogelräuber wie Elstern und Eichhörnchen nicht in den Kasten eindringen können. Mit dem Vorbau werden die Jungen vor zu viel Nässe, die auch durch die Altvögel eingeschleppt werden kann, geschützt. Das Wasser tropft im Vorbau ab, und die Jungen bleiben somit trocken und warm. Unterdessen finden auf dem Friedhofgelände gut 10 Bruten des Gartenrotschwanzes pro Jahr statt. Dieser, wie die übrigen Vögel, brauchen nebst der geeigneten Niststelle die passende Nahrung. Für die Jungvögel sind das meist proteinreiche Raupen und Insekten. Dazu braucht es viele einheimische Pflanzen, welche von z.B. Schmetterlingen als Basis zur Ablage ihrer Eier genutzt werden und dort dann die Raupen ihre Nahrungsgrundlage finden. Die grosse Blütenvielfalt und die lückige Vegetation kann von vielen Parkvögeln, wie Garten- und Hausrotschwanz, Star, Goldammer und Amseln als Nahrungsbasis genutzt werden. Der Buntspecht hackt Höhlen in Bäume, die dann auch von Star, Meisen, Fledermäusen oder anderen Höhlenbrütern genutzt werden können. Nistkasten sollten für Blaumeisen eine Öffnung von nur 26mm aufweisen, damit die grössere und stärkere Kohlmeise da nicht eindringen kann. Für die Kohlmeise, die ihre Nahrung meist dem Baumstamm entlang sucht, im Gegensatz zur kleineren Blaumeise, die eher die Zweige absucht, können Nistkasten mit 30 bis 32 mm grossen Öffnungen aufgehängt werden. Der Kleiber verklebt meist den Bereich um den Zugang zum Nistkasten, daher sein Name. Er kann auch den Baum kopfvoran hinunterlaufen. Der durch sein lautes Lachen auffallende Grünspecht sucht am Boden seine Lieblingsnahrung, Ameisen und ihre Larven. Weiter sind z.B. der kleine, aber laute Zaunkönig, das melancholisch singende Rotkehlchen und der an eine rostige Velokette erinnernde Gesang des Girlitzes im Park zu hören. Der farbenprächtige Distelfink liebt Sämereien und die drolligen Schwanzmeisen sind meist in einer Gruppe zu sehen. In und an den Parkbäumen sind Girlitz, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Buchfink, Grünfink, Eichelhäher, Gartenbaumläufer, Zilpzalp und auch Haus- und Feldsperlinge zu sehen. Gemäss Martin sind gut 30 Vogelarten regelmässig zu entdecken.

Die zahlreichen und interessanten Fragen konnte Martin kompetent und unterhaltsam beantworten.

Der NVM bedankt sich bei Hans Jost (Technik) und Martin Leuenberger für den tollen Vortrag, bei der Kirchgemeinde Münchenbuchsee für das kostenlose Benutzen des Saales und bei den vielen Besuchern für ihr Interesse und die grosszügige Kollekte.

Bericht: Erich Lang

Distefink, Goldammer, Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper