Kopfweiden pflanzen im Golfpark

Anlässlich der Aktion und der Montage von Wasseramselnestern kam die Idee auf, im Golfpark zur Förderung der Naturvielfalt Kopfweiden zu pflanzen. Kopfweiden sind ein altes Kulturobjekt und wurden früher zur Herstellung von Korbwaren gebraucht. Sie bieten vielen Insekten, Schmetterlingen oder auch Fledermäusen Nahrung und Unterschlupf.

Auszug aus dem BirdLife Merkblatt zu Kopfweiden: "Gleichzeitig bieten Kopfweiden mit ihrem weichen Holz und der löchrigen Substanz einen vielfältigen Lebensraum auf kleiner Fläche: Nischen für Höhlen bewohnende Vögel und Fledermäuse sowie Nahrung für rund hundert Insektenarten. Bestehende Kopfweiden erhalten und wieder pflegen, ist ebenso sinnvoll wie das Pflanzen neuer Exemplare. Ohne grossen Aufwand und Hilfsmittel können diese Kleinstrukturen wieder die Landschaft und den Siedlungsraum bereichern."

Auch mit dieser Idee traf der NVM bei Pascal Guyot, Head-Greenkeeper im Golfpark, auf offene Ohren. Zur Vorbereitung der gut 6-10 cm dicken und gut 1.5 - 2 m langen Stecklinge half Bruno Meier vom NVM diese von Weiden zu sägen. Weitere zahlreiche Weidenstecklinge wurden im Golfpark direkt von Guy Dijkstra, Landschaftsgärtner im Golfpark, am Vortag geschnitten.

Mit dem Golfmobil und schwer beladen mit Stecklingen haben Guy und Erich Lang gut 25 Stecklinge an diversen Stellen an Bachrändern gepflanzt. Dabei kamen wir auch an massiv vom Biber verbissenen Weiden und einem Staudamm vorbei, was von der Aktivität des Bibers an der Urtenen und im Golfpark zeugt.

Gut einen Monat nach dem Pflanzen haben Walter Züst und Erich Lang die Triebe im unteren Bereich der Stämme geschnitten, damit sich die Triebe und später die Äste nur im Kopfbereich der Weide entwickeln.  Durch einen regelmässigen Rückschnitt der Äste verdichtet sich der oberste Bereich und es bildet sich schliesslich der Kopf der Weide. 

Dank der richtigen, aber nicht schwierigen Pflege der Kopfweiden werden diese in Zukunft zu einer grossen Bereicherung dem schönen, offenen Bach entlang. Ein Gewinn optischer Art, aber natürlich wie geschildert auch für zahlreiche Insekten und somit weiterer Tiere, wie Fledermäuse, Spechte und anderer Höhlenbrüter.

Mit Hilfe der Infos des BirdLife Merkblattes zu Kopfweiden können Sie auch in Ihrer Umgebung eine oder mehrere Kopfweiden pflanzen, so deren Anziehungskraft nutzen und dann die Entwicklung beobachten.

Gerne stehen wir vom NVM für weitere Auskünfte zu Ihrer Verfügung und können bei Bedarf auch kleine oder grössere Stecklinge im Spätwinter zu Ihrer Verfügung stellen, damit Sie selber Kopfweiden pflanzen können.

Text und Bilder: Erich Lang

 

 

Auf Käferpirsch mit Buchsi-Kids

Im Rahmen einer Ferienaktivität des Jugendwerks hat der NVM auch in den Frühlingsferien ein Naturerlebnis für interessierte Kinder aus der Gemeinde Münchenbuchsee angeboten: Vom 5. bis 7. April 2017 haben insgesamt 27 Kinder an einer jeweils ganztägigen Käferpirsch teilgenommen. Die Suche nach Käfern und anderen Insekten führte die Gruppen durch Wälder im nördlichen Vereinsgebiet, über Felder, entlang von Bachläufen bis nach Bangerten. Bei sonnigem Wetter aber kräftigem Wind wurden unterschiedliche Substrate wie Laub, Boden und Holz auf Spuren von Larven und ausgewachsenen Tieren untersucht. Die meisten Käfer sind erst später im Jahr zu entdecken, die Kinder mussten deshalb meist mit der Entwicklungsform der Larve Vorlieb nehmen, liessen sich aber dadurch im Forscherelan nicht bremsen! Nicht nur Käfer wurden entdeckt, sondern sämtliche Insektengruppen, die in einem eigens für den Anlass angefertigten Forscherbüchlein abgehakt werden konnten: Heuschrecken, Wanzen, Hautflügler, Zikaden, aber auch Gliederfüssler wie Asseln, Steinläufer und Spinnen. Allfällige Furcht oder Ekel waren innert Kürze verschwunden und wichen schnell Begeisterung und Staunen über die enorme Vielfalt, die in unseren Wäldern vorzufinden ist, wenn man denn genau hinschaut. Mit Sammelgläsern und Lupen ausgerüstet durften die Kinder in Gruppen durch den Wald streifen und ihre Funde später allen zeigen: Schildkäfer, Trauerrosenkäfer, Saftkugler, Tausendfüssler, um nur eine kleine Auswahl an Entdeckungen zu nennen. Der Umgang mit der Profilupe war eine weitere Herausforderung: Um die Winzlinge auch wirklich betrachten und bestimmen zu können, ist eine zehnfache Vergrösserung nötig. Die Lupe muss dicht ans Auge gehalten und das andere Auge geschlossen werden – für die jungen Forscher und Forscherinnen kein leichtes Unterfangen. Die beste Art, etwas genau zu betrachten, ist die Wiedergabe des Entdeckten auf Papier. So wurde im Anschluss an die Pirsch in Bangerten auch noch wissenschaftlich gezeichnet. Die Kinder hielten die genaue Anzahl Fühlerglieder (bei Holzkäfern immer deren elf) oder die 3 Beinpaare mit Tibiotarsus und Klauen fest, die Zeichnungsresultate sind beeindruckend! Die Forschertätigkeit musste natürlich belohnt werden, mit einem Wurstbräteln zum Zmittag und einem mit Marzipanengerlingen verzierten Cake zum Zvieri. Alle teilnehmenden Kinder sind eingeladen, allfällige weitere Insektenfunde im Vereinsgebiet zu melden, gerne hilft die Exkursionsleiterin und Organisatorin der Pirsch, Lea Kamber, bei der Bestimmung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

 

 

 

Der Botschafter für Biodiversität im Siedlungsgebiet

13. 03. 2017

Der Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung hat eine Nistkasten-Aktion für die Wasseramsel, den Vogel des Jahres 2017, lanciert.


BirdLife Schweiz hat die Wasseramsel zum Vogel des Jahres 2017 ernannt und zwar aus dem Grund, weil dieser Singvogel ein perfekter Botschafter für mehr naturnahe Gewässer auch im Siedlungsraum ist. Er passt zur aktuellen Kampagne von BirdLife Schweiz zum Thema „Biodiversität im Siedlungsraum“, welche dieses Jahr als Schwerpunkt die Gewässer beinhaltet.


Vogel des Jahres 2017: Die Wasseramsel

Die Wasseramsel ist der einzige Singvogel, der schwimmen und tauchen kann, sich aber auch getraut durch einen Wasserfall zu fliegen. Unverhofft stürzt er sich ins Wasser und taucht unter. Bis zu 15 Sekunden kann der Vogel unter Wasser bleiben. Der rund 18 cm grosse braune Vogel mit seinem weissen Latz ist bestens für seinen Lebensraum an Fliessgewässern ausgerüstet. Sein Gefieder aus pelzartigen, kurzen Dunenfedern ist extrem wasserdicht. Damit dem so ist, streicht die Wasseramsel ihr Federkleid mit dem Sekret ihrer Bürzeldrüse ein, die bei ihr viel ausgeprägter ist als bei anderen Singvögeln. Beim Tauchen werden Nase und Ohren mit einer schützenden Haut umschlossen. Die Augen sind so geschaffen, dass sie sowohl über als auch unter Wasser scharf sieht. Dank ihren kräftigen Beinen und Krallen kann sie sich auch bei starker Strömung am Grund festhalten. Die Wasseramsel hat keine Schwimmhäute. Sie bewegt sich im Wasser mit ihren Beinen und Flügeln fort. Ihre Flügel sind relativ kurz, muskulös und abgerundet, damit sie sie sowohl in der Luft wie auch im Wasser einsetzen kann. In geeigneten Gewässern kann sie mit ihren Flügeln und passender Gegenströmung bis in 1.5 m Tiefe tauchen. Sie hat weniger Luft in den Knochen als andere Singvögel, um besser abtauchen zu können. Sie ernährt sich von wasserlebenden Insektenlarven wie Köcherfliegen- und Steinlarven.


Die Wasseramseln leben an fliessenden und unverbauten Bächen und Flüssen mit Abschnitten, wo sie nicht gestört werden, vom Mittelland bis in die Alpen auf 2‘500 m.ü.M. Das Wasser der Fliessgewässer muss sauber und rein an Sauerstoff sein, damit sich eine ausreichende Kleintier-Fauna entwickeln kann, wovon sich die Wasseramsel ernährt. Im Winter, wenn Bäche und Flüsse zugefroren sind, ist dieser Vogel manchmal auch an den Seeufern anzutreffen.

Während der Brutzeit bevorzugt er als Brutplatz Abschnitte, die möglichst nicht gestört werden. Sie bauen in Mauernischen, hinter einem Wasserfall oder unter einer Brücke kugelige Nester aus Moos in der Grösse eines Fussballs mit einem seitlichen Eingang. Bereits im Februar beginnt für diese Vogelart die Balzzeit. Die beiden Partner umtanzen sich mit lautem Gesang. Schon anfangs März legt das Weibchen 5 bis 6 Eier. Die Jungen schlüpfen nach 16 Tagen. Im Nest werden sie von den Eltern weitere 24 Tage versorgt. Ebenfalls werden sie nach dem Ausfliegen noch zirka 2 Wochen betreut. Danach suchen sie sich ihr eigenes Revier.

Wasseramseln sind sehr standorttreu. Haben sie ihr Revier an einem geeigneten zirka 500 Meter langen Bach- oder Flussabschnitt gefunden, verbringen sie mehrere Jahre oder sogar ihr restliches Leben dort.

Nistkasten-Aktion des Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung

Der Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung (NVM) hat über 140 Mitglieder und ist seit mehr als 30 Jahren im Natur- und Vogelschutz in Münchenbuchsee und in der Umgebung aktiv. Heckenpflanzungen und -pflege, Biotop-Betreuung, Amphibienrettung, Neophytenbekämpfung, öffentliche Vorträge und Exkursionen mit Schwerpunkt naturkundlicher Art, Nistkastenbau deren Montage und Betreuung für diverse Vogelarten und Anlässe mit Jugendlichen gehören zu den Hauptaktivitäten des Vereins. Der NVM ist Mitglied des Berner Vogelschutzes (BVS) und des BirdLife Schweiz sowie weiteren Organisationen. Der Verein hilft mit, wertvolle und konkrete Massnahmen zur Biodiversitätsförderung, die insbesondere von BirdLife mit hoher Fachkompetenz initiiert werden, zielgerichtet umzusetzen und zu fördern.

Im Hinblick, dass die Wasseramsel als der Vogel des Jahres 2017 erkoren wurde, wollte der Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung (NVM) auch ein Zeichen setzen und hat die Aktion zur Erstellung und Montage von speziellen Nistkästen für die Wasseramsel lanciert, mit dem Ziel, weitere Nistmöglichkeiten zu schaffen und so zur Weiterentwicklung der Population beizutragen.

Verschiedene Mitglieder haben sich spontan bereit erklärt, bei dieser Aktion mitzuhelfen. Nach vorgängiger Abklärung möglicher Standorte zum Aufhängen der Nistkästen wurden sie beim Chräbsbach in Zollikofen, wo die Wasseramsel bereits heimisch ist, beim Wolibach in Bangerten sowie auch beim renaturierten Mühlebach im Golfpark Moossee montiert. Sie wurden jeweils mit einer speziellen Schraubenkonstruktion unter den Brücken befestigt.

Der Golfpark unterstützt diese Aktion, um so einen weiteren Beitrag zur Naturnähe auf dem artenreichen Gebiet zu leisten. Es wird versucht, dass die Wasseramsel an diesem Standort ein neues Revier bezieht und heimisch wird. Gleichzeitig werden zur Förderung der Naturvielfalt Kopfweiden gepflanzt, welche mit ihrem weichen Holz und der löchrigen Substanz vielen Insekten, Schmetterlingen oder auch Fledermäusen Nahrung und Unterschlupf bieten.

Ziel der aktuellen BirdLife-Kampagne ist es, gemeinsam mehr Natur in die Dörfer und Städte zu bringen, wovon sowohl die Fauna und Flora sowie wir Menschen profitieren können. Hoffen wir, dass die Wasseramsel als Botschafterin und Vogel des Jahres 2017 ihren Beitrag zur Biodiversität im Siedlungsraum leisten wird.

Weitere Informationen über die Aktivitäten des Vereins Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung (NVM) oder BirdLife Schweiz finden Sie unter www.nvm-buchsi.ch und www.birdlife.ch.

Ein Artikel aus dem fraubrunner anzeiger
Text: Karin Balmer
Quellen: BirdLife Schweiz und Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung
Fotos: Michael Gerber, Erich Lang

 

 

Leben in Ostafrika

10. 01. 2017

Bericht von Erich Lang:

Zum Bildervortrag am 10. Januar 2017 konnten der NVM gut 40 interessierte Personen in der Aula des Bodenackerschulhauses begrüssen.

Felicitas Zopfi, Biologin und NVM Vorstandsmitglied konnte den Anwesenden viel Lehrreiches zur Natur, aber auch von Leuten auf der Schattenseite des Lebens erzählen. Ostafrika (Kenia und Tansania), hat mit bekannten Nationalparks, dem Viktoriasee, der gut 1.5x so gross wie die Schweiz ist, und dem Kilimanjaro, den mit 5‘895m höchsten Gipfel Afrikas, dominante Elemente. Die enorme Verdunstung von Wasser und die Lage nahe beim Äquator sorgen für ein spezielles Klima in der Umgebung des Victoriasees. Trotzdem ist Regen sehr wichtig und auch gleichbedeutend mit Ernte.

Die Pflanzenfresser unter den Wildtieren ergänzen sich in idealer Weise: Zebras fressen Stängel, Gnus die Blätter, Gazellen sind die Rasenmäher, Antilopen sind die Nachputzer und Elefanten sind die Gärtner, die auch Bäume fällen. Diese Tiere weiden meist zusammen und ergänzen sich in idealer Weise.

Baobab, der Affenbrotbaum ist für viele Leute heilig und mit seinem Geist sollte man gut auskommen. Er trägt  meist keine Blätter. Diese wachsen jedoch kurz vor der Regenzeit. Er wird bis 2‘000 Jahre alt und speichert Wasser. Deshalb werden Baobabs bei Trockenheit von Elefanten angegangen. In der Mittagshitze dient er als Schattenspender. Viele Steppen werden jährlich durch Blitze entzündet und brennen dann ab.

In den Hügelzonen wird oft kleinräumig Landwirtschaft zur Selbstversorgung betrieben. Diese Gegend gleicht der Schweizer Hügelzone. Die Böden sind, da wo stark abgeholzt wurde, oft von Erosion betroffen und nährstoffarm.

Die Kraterlandschaft des Ngorongoro Nationalparks mit seinen steilen und vom Regen dichtbewachsenen Flanken ist ein besonderes Gebiet, in dem die Elefanten gefangen sind und ein Austausch mit anderen Populationen fehlt. Er wird touristisch stark genutzt.

Der 500m tiefe Malawi See weist viele Fische und spezielle Maulbrüter auf. Diese Buntbarsche werden in einem Projekt der Uni Bern studiert.

Im Usambara Bergwald (Herkunft des bei uns häufig in Stuben stehenden, Usambaraveilchens) sind viele Dörfer nicht mit Strassen erschlossen. Es wird Gemüse- und Ackerbau mit Mais betrieben. Kaffee, Tee und Bananen werden ebenfalls angebaut. Die Wurst vom Wurstbaum wird in Rädchen geschnitten, dem Gerstenbier beigemischt, aber auch Elefanten mögen diese Früchte.

Die Vogelwelt an den Ostafrikanischen Salzseen wird vom Rosa Flamingo bevölkert, dessen intensive Farbe von einer speziellen Algenart aus den Seen herrührt. Strauss, Geier, Marabu, Adler, aber auch die kleinen bunten Webervögel mit Ihren imposanten Nestern sind anzutreffen. Perlhühner kommen in der Natur vor, werden auch in Häusern gehalten. Termiten sind einerseits die Aufräumpolizei aber auch gefürchtet für Ihre Frassschäden an Gebäuden. Reptilien gibt es diverse, aber eher wenig Schlangen.

Die Giraffe mit Ihren weichen Lippen frisst in luftiger Höhe bis 5 cm lange Akaziendornen ohne sich zu verletzen. Paviane sind wegen Ihrer möglichen Angriffslust gefürchtet. Löwen starben oft wegen von Hunden übertragenen Krankheiten, wie von der Uni Frankfurt an einem Projekt in der Serengeti nachgewiesen werden konnte. Viele Rinder der Massai wurden krank und so werden vermehrt Dromedare gehalten. Zum Überleben werden zahlreiche Bäume abgeholzt und zu Holzkohle verarbeitet und verkauft, was die Erosion begünstigt. Der Tourismus bringt einerseits Einkommen durch Schnitzereien und für Führer, aber auch eine Kluft zwischen denjenigen, die davon profitieren und der restlichen Bevölkerung. Es gibt viele Kinder, aber nur wenig Schulen und berufliche Ausbildung. Die Schule ist zwar gratis, aber die Uniform, der Transport zur Schule, die Bücher und Schulmaterial müssen bezahlt werden, und so gehen viele Kinder nicht oder zu wenig lange zur Schule. Dafür arbeiten sie oft zu Hause mit. Trotz geringem Einkommen werden an Festen die Kinder stolz herausgeputzt. Solche Momente sind den Familien wichtig, auch als Statussymbol. Die einfachen Hütten und deren Umgebung werden aus Furcht vor Schlangen mehrmals täglich sauber gewischt. Ziegen werden des Fleisches wegen gezüchtet und verkauft.

Das Gesundheitswesen ist einfach und es hat wenig Spitäler. Viele Leute sind von Malaria aber auch von Verbrennungen von Nachtfeuern betroffen.

Felicitas hat von während Ihren diversen Reisen von schwierigen Einzelschicksalen berichtet bei denen Sie Hilfe leisten konnte. In Nairobi mit seinen mehr als 2.5 Millionen Einwohnern leben fast 80% der Bevölkerung in Slums. Elektrizität wird oft illegal ab den Stromleitungen abgezapft. Dadurch entstehen oft Feuer, bei denen es zu Toten kommt.

Es gibt in Nairobi ein Männer- und ein Frauengefängnis, die je so gross wie Buchsi sind. Mit Pater Peter Meienberg hatte Felicitas da Zugang und konnte etwas Unterstützung bringen. Der Ausgleich zwischen Gefangenen und Bewacherinnen musste jedoch immer wieder beachtet werden, damit niemand leer ausging.

Felicitas ist es durch das selbst erlebte gelungen, den im Saal Anwesenden die oft schwierigen Umstände eindrücklich näher zu bringen.

Sie wurde beim Vortrag an der Technik von Kurt Lienhard unterstützt. Er hat einerseits Dias mit Überblendtechnik aber auch Beamerelemente gekonnt projiziert. Herzlichen Dank Felicitas  für die lehrreiche Präsentation, Kurt für die gut funktionierende Technik, sowie dem Abwart des Schulhauses Bodenacker, Florian Guggisberg, für die gute Zusammenarbeit.

 

 

Fledermäuse - die unbekannten Wesen

14.11.2016

Bericht von Pascal König:

Daniela Schmieder, Biologin an der Universität Bern und Mitglied Fledermausverein Bern konnte am 14. Nov. 2016 den über 60 anwesenden Personen viel Spannendes zu diesen nachtaktiven Tieren erzählen. Fledermäuse sind mit rund 1350 Arten die artenreichste Säugetierordnung weltweit. Auch in der Schweiz sind Fledermäuse mit 30 Arten die artenreichste Säugetierordnung. Von diesen 1350 Arten die weltweit vorkommen, sind lediglich 3 in Mittelamerika vorkommende Arten blutleckend – blutsaugende Fledermäuse sind also ein Konstrukt blühender Fantasie. Einige Fledermausarten ernähren sich sogar von Nektar und sind sehr wichtig für die Bestäubung spezifischer Pflanzenarten.

Die Flughaut der Fledermäuse ist zwischen verlängerten Fingerknochen gespannt, wobei der kleine Finger der längste und der Daumen als Haken ausgebildet ist. Neben der Besonderheit, dass Fledermäuse die einzigen fliegenden Säugetiere sind (andere gleiten nur), ist die Echoortung die Spezifität, die es Ihnen ermöglicht, sich auch bei Dunkelheit problemlos orientieren und jagen zu können. Wobei sich die Echoortung von Art zu Art unterscheidet und der jeweiligen Lebensraumnutzung einer Art angepasst ist. Einige Jagen im offenen Luftraum, andere zwischen Ästen, andere jagen entlang von Strukturen wie Hecken oder Bäumen und einige wenige, wie etwa die Wasserfledermaus, jagen über der Wasserfläche. Manche Fledermausarten erbeuten ihre Nahrung sogar am Boden. Je nach Jahreszeit halten sich Fledermäuse an unterschiedlichen Orten auf. Im Frühling/Sommer werden die Jungen in der sogenannten Wochenstube (eine Art Kinderhort) aufgezogen. Diese befinden sich häufig in Dachböden oder Baumhöhlen. Sind die Jungen ausgeflogen, werden Fensterläden, Lücken und Ritzen in der Gebäudehülle oder Spechthöhlen und Risse in Bäumen oder sogenannte Herbststuben zur Tagesruhe genutzt. Die Paarung erfolgt im Herbst. Für den Winterschlaf werden Standorte mit möglichst gleichmässiger Temperatur aufgesucht. Diese Bedingungen sind vor allem in Höhlen oder alten Bunkern oder auch in Baumhöhlen gegeben. Für den Winterschlaf wird die Körpertemperatur auf etwa 4°C reduziert und die Atmung und Herzschlagrate wird auf ein Minimum heruntergefahren. Ein kurzzeitiges aufwachen aus dem Winterschlaf durch Störungen kann tödliche Folgen haben, da der Energieaufwand zum hochfahren des Systems immens ist und die Energiereserven dann für den Rest des Winters nicht ausreichen. Manche Arten legen während der jahreszeitlichen Verschiebungen grosse Distanzen zurück. Die Zwergfledermaus ist die häufigste und zugleich die kleinste Fledermausart in der Schweiz, während der grosse Abendsegler, der in der Schweiz in Baumhöhlen überwintert, die grösste Fledermausart ist.

Gefährdet sind Fledermäuse durch Wald-Monokulturen, wie im Mittelland angepflanzte reine Fichtenbestände. Zudem stellt das Fehlen von alten Bäumen, und damit Baumhöhlen, ein Problem für Fledermäuse dar. Viele Fledermausquartiere werden durch Gebäudesanierungen zerstört. Ausgeräumte Landwirtschaftsflächen ohne Hecken oder Bäume und Insektenfördernden Strukturen, sowie sterile Gartengestaltungen mit englischem Rasen, kahlen Steinaufschüttungen und nicht einheimischen Pflanzen bieten kaum geeignete Jagdhabitate für Fledermäuse. Pestizide in der Landwirtschaft können durch direkte Vergiftung oder indirekt durch die Reduktion des Insektenangebotes ein Problem darstellen. Auch die Lichtverschmutzung setzt vielen Fledermausarten zu, denn viele Arten meiden Licht (hier stellt die Zwergfledermaus eine Ausnahme dar, sie kann oft beim Jagen im Lichtkegel beobachtet werden). Glasfassaden lassen aufgrund der glatten Oberfläche keine Echoortung zu, wodurch es zu tödlichen Kollisionen kommen kann. Zudem können Fledermäuse von den Rotorblättern von Windrädern erschlagen werden oder durch die Rotoren ausgelöster Unterdruck kann in der Nähe der Windräder ein Baro-Trauma, das Platzen der Lungen, auslösen. Entsprechend können Fledermäuse mit der Vermeidung der Gefahren und Förderung von strukturreichen, vielfältigen Lebensräumen, vielen alten Bäumen, artenreichen Wiesen, Reduktion der Lichtverschmutzung bei Nacht und dem Anpflanzen von nachtblühenden Pflanzen (Nachfalter) gefördert werden. Der Fledermausverein Bern www.fledermaus-be.ch gibt gerne Auskunft bei Fragen zu Fledermäusen und nimmt Hinweise zu Fledermausquartieren sehr gerne entgegen. Die Sicherung dieser Quartiere ist essentiell für Fledermäuse.

Fledermäuse kommen auch in Buchsi vor, jedoch muss das Umfeld stimmen. An der Fledermausexkursion des NVM am 28. Juli 2017 können Sie mehr über die Dämmerungs- und Nachtaktiven Flugkünstler in Buchsi erfahren (Details siehe Jahresprogramm mit Verschiebedatum bei schlechtem Wetter 4. Aug.).

 

Gemeinsame Arbeiten von NVM-Mitgliedern im Biotop Bärenried

Samstag 10. Sept. 2016, 09.00 – 13.00 Uhr.

Eine top motivierte Gruppe von Mitgliedern des NVM traf sich bei tollem Wetter zum gemeinsamen Arbeiten in „unserem“ Biotop. Felix erklärte uns zuerst kurz dessen Entstehungsgeschichte: 1991 wurde es unter der Leitung von Charlotte Bühlmann von der Armee anlässlich der 700Jahr-Feiern der Eidgenossenschaft als Geschenk an die Einwohner von Buchsi gebaut.

Danach machten sich 3 Gruppen an diverse Arbeiten. Felix ging zusammen mit Claudia entlang des nahen Waldwegs den invasiven Neophyten Berufkraut und Goldrute an den Kragen. Bruno Meier, der Biotopverantwortliche, und Peter Stucki, der Kandidat der GFL für das Gemeindepräsidium, transportierten verrottete Holzschnitzel vom vernässten Weg zum Kompost. Bruno war hier schon vorgängig mit seiner Stellvertretung Beate Kiewel aktiv. Die groben Arbeiten, wie Gehölzpflege, Häckseln und grossflächiges Mähen werden jeweils vom Werkhof der Gemeinde fachmännisch ausgeführt.

Eine weitere Gruppe mit Lisbeth, Elvira, Myriam und Erich ging daran, den grossen Teich vom wuchernden Schilf zu befreien. Das Schilf wurde mit Sicheln geschnitten oder wenn möglich ausgerissen. Mit den hüfthohen Fischerstiefeln konnte dies auch mitten im Weiher erledigt werden. Ein hoher Haufen von abgeführtem Schnittgut zeugt von der enormen Masse des in diesem Jahr gewachsenen Schilfs. Der grosse Teich war kurz vor Mittag vollständig vom Schilf befreit. Damit steht den Grasfröschen im nächsten Frühjahr wieder eine geeignete Wasserfläche für die Laichablage zur Verfügung. Zudem verlandet der Teich weniger. Für die Frösche, Kröten, Molche und Libellen sind die Teiche und das ganze Biotop mit den vielen Kleinstrukturen, Büschen und Kopfweiden ein wahres Paradies. Diese bieten Nahrung und Versteckmöglichkeiten, so dass viel Nachwuchs gedeiht. Eine weitere Bereicherung ist der lichte Waldrand, den Bruno und seine Helfer im letzten Winter stark zurückgeschnitten haben.

Gegen Mittag wurde im Wald ein Feuer entfacht, damit wir Würste bräteln konnten. Da waren auch die beiden Mädchen Selina und Celina, die vorher auf Entdeckungstour waren und eine junge Erdkröte fanden, schnell wieder anwesend. Wir genossen es, wieder einmal eine Wurst am offenen Feuer zu braten. Myriam hat passend und vielseitig eingekauft, so dass alle satt wurden.

Bei angeregten Gesprächen verging die wohlverdiente Mittagspause schnell. Zum Abschluss des gemeinsamen Einsatzes staunten wir noch einmal ob der getanen Arbeit. Wir spürten dadurch auch selber, wie viele Stunden Bruno mit seinem Schwiegersohn, Beate und Werner Bieri im Biotop während des Jahres intensiv arbeitet.

Herzlichen Dank an die ganze Gruppe für das tolle Werken und insbesondere auch an Bruno und seine Helfer für den regelmässigen unentgeltlichen Einsatz während des Jahres zugunsten der grossen Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Text und Bilder: Erich Lang und Felix Winkenbach