Fondueabend

Zahlreiche Vereinsmitglieder des NVM und weitere Personen, die uns dieses Jahr im Naturschutz wertvolle Dienste leisteten, folgten der Einladung zum Nachtessen für Aktive im Kirchgemeindehaus am 23. November. Der von Felicitas Zopfi mit Unterstützung weiterer Vereinsmitglieder organisierte Fondue-Abend, war ein gemütlicher und gelungener Anlass, und ist ein Dankeschön des NVM an die vielen Personen die aktiv bei Vereinsanlässen mithelfen. Beim kleinen Apero mit feinen Wein, der von Felix Winkenbach mitgebracht wurde, fanden rege Gespräche statt. Dann bereiteten die Gäste nach genauer Anleitung, das von Marius Luterbacher organisierte Fondue moitié-moitié (Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP), im Caquelon selber zu. Beim Essen herrschte weiter eine tolle Stimmung und die Gäste hatten reichlich Zeit sich zu unterhalten und auszutauschen. Der schöne Abend wurde mit Kaffee und Süssem abgeschlossen.

Ein grosses Dankeschön vom Vorstand des NVM gilt besonders Felicitas und Ihren Helfern, aber auch an die weiteren freiwilligen Mithelfenden beim Abräumen und Abwaschen.

Bericht und Fotos: Erich Lang

Helfen Sie mit, Problempflanzen zu bekämpfen!

Artikel aus Buchsi-Info, September 2018

Neophyten

Diese 3 gebietsfremden Pflanzenarten gehören zu den invasiven Neophyten. Sie breiten sich in Buchsi zum Teil stark aus. Sie bilden tausende Flugsamen, die der Wind verbreitet. Helfen Sie mit, die Versamung zu verhindern. Seien Sie Teil der Lösung!

Spaziergänger:
Vor dem Verbräunen der Blüten: Berufkraut  ausreissen, Blütenstände der Goldrute und des Sommerflieders abbrechen und entsorgen.

Gartenbesitzer:
Sie schätzen diese Pflanzen. Sobald die farbigen Blüten sich aber verbräunen, sind sie nicht mehr attraktiv für Insekten und fürs Auge. Blütenstände oder oberirdische Teile abschneiden und entsorgen. Sie möchten diese Pflanzen ganz entfernen: Pflanzen ausgraben und entsorgen.

Entsorgung
Die braunen Samenstände der 3 Arten mit der Grünabfuhr entsorgen.

Berufkraut: Dieses kann vor allem bei nassem Boden leicht ausgerissen werden. Die ganze Pflanze mit farbigen Blüten kann liegen gelassen oder im Hauskompost entsorgt werden.

Goldrute und Sommerflieder: Bis die Blüten bräunlich werden, können die oberirdischen Teile liegen gelassen oder im Hauskompost entsorgt werden. Die unterirdischen Teile mit der Grünabfuhr entsorgen.

Natürlich können diese 3 Arten immer mit der Grünabfuhr entsorgt werden.

Informationen und Auskünfte:

Internet: www.neophyt.ch; www.infoflora.ch

Auskünfte: Katharina Wüthrich, Bauverwaltung, Tel. 031 868 82 43, wuethrich.k(at)muenchenbuchsee.ch.
Charlotte Bühlmann, Natur und Vogelschutz Münchenbuchsee, Tel. 031 869 29 79, ch.buehlmann(at)gmx.ch.

Insektenkurs für Kinder im Freispielpark

Welche Insekten gibt es eigentlich in Münchenbuchsee zu entdecken? Im naturnah gestalteten Freispielpark sollten doch Sechsbeiner und andere Gliederfüssler aufzuspüren sein!

An zwei Nachmittagen im April wurden zwei Kindergruppen - im Rahmen der Ferienaktivität des Jugendwerks – in die Welt der Krabbeltiere eingeführt. Mit Lupen und Forscherbüchlein ausgestattet, begaben sich die 6-11 jährigen Jungforscherinnen auf die Pirsch, untersuchten den von Simone Kamer extra angelegten Totholzhaufen, legten Steine um, hoben Rindenstücke an und fingen fliegende Insekten mit dem Kescher ein. Die Beute wurde in kleinen Sammelbechern eingefangen, genau betrachtet, bestimmt und danach im Park wieder freigelassen.

Was es alles zu entdecken gab! Die farbigen Feuerwanzen mit dem zur Abschreckung von Fressfeinden ‘aufgemalten’ Gesicht, auch deren Junge, die im Gegensatz zu anderen Insektenarten von ihren Eltern teilweise noch behütet und gefüttert werden, Ameisen, Spinnen, Asseln, Laufkäfer, Steinläufer, Schwebliegen, Libellen und Zikaden – fast das gesamte Spektrum an Insektenfamilien und anderen Gliedertieren wurden von den Kindern ohne Furcht und mit viel Forscherelan aufgespürt!

Als Dank für so viel Einsatz und Hingabe für die doch eher kleinen, bescheidenen Tierchen blinzelte nach ausreichend Sonnenschein auch noch ein grösseres Tier aus dem Steinhaufen unterhalb des Lebensdreiecks hervor: Eine Blindschleiche, welche die ersten Frühlingstage geniessen wollte. Aufgrund der noch eher kühlen Temperaturen befand sich die Schleiche noch in einer Art Kältestarre und liess sich von allen Kindern anfassen, fast so, als hätte sie die Berührung durch die warmen Kinderhände genossen.

Im zweiten Teil des Forschernachmittages stand nach einem Zvieri noch etwas Theorie auf dem Programm: Wie unterscheiden sich Insekten von anderen Gliederfüsslern? Was unterscheidet den Käfer von den Wanzen? Zusätzlich wurden ein paar Tarnkünstler aus Übersee, welche von der Kursleiterin Lea Kamber zuhause gezüchtet werden, als Anschauungsobjekte genauer untersucht: Wandelnde Blätter und Gespensterschrecken. Vor beiden Insektenarten, trotz beachtlicher Grösse und stachliger Füsse, welche sich noch zu gerne an Händen und Kleidung festkrallen, scheuten sich die Kinder nicht, auch diese Tiere einmal anzufassen. Nur vom mitgebrachten Skorpion hielten die Kinder verständlicherweise ausreichend Abstand. Auch den Einsatz einer Profilupe wollten die Kinder üben – gar nicht so einfach, muss man doch selbständig ein Auge zuhalten können, ohne Einsatz der Hände, da diese einerseits fürs Halten der Lupe und fürs Heranführen des Forschungsobjekts (in diesem Fall ein Insektenpräparat) gebraucht werden.

Alles in allem ein erfolgreicher Nachmittag mit vielen, unerwarteten Begegnungen aus dem Tierreich.

Fotos: Erich Lang

Gottesanbeterinnen im Naturschutzgebiet Les Follatères im Unterwallis

Der Begriff „Gottesanbeterinnen“ kommt daher, weil diese, zur Gruppe Fangschrecken gehörenden Insekten ihre zwei Fangarme vor sich in die Höhe halten. Wikipedia ist zu entnehmen, dass weltweit viele, in Westeuropa aber nur eine Art existiert. Diese habe ich im Naturschutzgebiet Les Follatéres gefunden. Ob das grüne und das braune Exemplar zur gleichen Art gehören, weiss ich nicht. Vielleicht kann mir da jemand helfen. Einzigartig ist dieses Insekt, weil der dreieckige Kopf beweglich ist, wie die Fotos 1 und 3 in der oberen Reihe gut zeigen. Hier posiert das Insekt auf meinem Daumen (rechts).

Gottesanbeterinnen

 Fotos von Ruedi Stüssi, 4. September 2018

 

 

Brütende Uferschwalben in Deisswil

Erich Lang, Co-Präsident, hat nach einem Hinweis von Peter Villinger Fotos der Uferschwalben in der Kiesgrube in Deisswil gemacht. Gemäss Peter Villinger sind dort bis zu 200 Paare am Brüten. Krähen sind Nesträuber und machen Stress.


 

 

Was blüht denn da?

Pflanzliche Abendexkursion mit Felix Winkenbach  (Dr. sc. nat. und  NVM Ehrenpräsident) und Hans-Ueli Stucki (Naturpflanzenzucht und NVM Mitglied)

Beim Schulhaus Paul Klee trifft sich am Montag, den 4. Juni 2018 eine Gruppe botanisch Interessierter trotz tief hängender Wolken über Buchsi zur Exkursion mit Felix Winkenbach und Hans-Ueli Stucki.

Schon vor über 30 Jahren hat Felix seine erste Exkursion gestartet und auch heute hat er wieder Erfolg mit seinen Ausführungen. An den Niststellen der Mauersegler auf der Rückseite des Schulhauses können wir diesmal keine Vögel beobachten. - Eine Idee steht im Raum: Zusammen mit dem Schulhausabwart die Niststellen der Mauersegler am Paul-Klee Schulhaus für die Beobachtung durch Schüler zugänglich machen. Wer möchte diese Idee weiter entwickeln und umsetzen?

Auf dem Weg zum Lindehus bei der Post sehen wir bereits die ersten blühenden invasiven Neophyten, das Einjährige Berufkraut. Dagegen wurde beim Spielplatz des Schulhauses der letze Woche schön blühende Scharfe Mauerpfeffer unnötigerweise ausgerissen. Im schönen Bauerngarten des alten Lindenhauses blühen einige Pflanzen, wobei man auch sieht, dass gewisse zu dominant werden, wenn die Pflege nicht darauf abgestimmt ist. Die Rote Spornblume blüht schön, dürfte aber gemäss Felix bald als invasiver Neophyt eingestuft werden.

Über die Strasse ist eine prächtig gestaltete Heuwiese um die Häusergruppe zu bestaunen. Das warme Wetter lässt die Wiesen in diesem Jahr fast um 2 Wochen früher blühen als normal. Hier sehen wir unter anderem: Wiesen-Flockenblume, Zaunwicke, Scharfer Hahnenfuss, Wiesenmargerite und eine schöne einheimische Liguster Hecke in Vollblüte. Aber auch hier blüht das Einjährige Berufkraut mitten in der Wiese. Dieses ist auszureissen und vertrocknen zu lassen, damit es sich nicht weiter vermehren kann.

Beim Kreisel bei der GFM-Brocki hat Hans-Ueli Stucki in Absprache mit der Gemeinde kleine Flächen mit Naturblumen bepflanzt. Bunt und farbig blüht da in weinrot die Wilde Malve (auch Chäslichrut genannt - wegen seiner an einen Käselaib erinnernden Früchte), die hellblaue Wegwarte, das Fingerkraut mit seinen 5 Teilblättern, die einer Hand gleichen.

An der Schmiedegasse auf einer ehemaligen Pferdekoppel befindet sich der Schmetterlingsgarten, der von Hans-Ueli Stucki geplant und unter Mithilfe von NVM-Mitgliedern gepflanzt wurde und weiter unterhalten wird. Dieser Garten ist weiterhin schön am Blühen. Einige Arten, die im Schmetterlingsgarten und zum Teil sonst an der Schmiedegasse vorkommen, sind Skabiosen-Flockenblume, Wiesensalbei, Witwenblume, Klatschnelke, Gemeines Leimkraut (auch Chlöpferli genannt, da sich Ihre Blüten unter einem kleinem „Chlapf“ zerplatzen lassen), Rainfarn, Aufrechtes Fingerkraut, Hornklee, Gelber Honigklee, Königskerze, Moschusmalve und Knoblauchhederich. Diese Pflanzen ziehen viele Fluginsekten an und sind die Wirtspflanzen für die Raupen von zahlreichen Schmetterlingsarten, wie uns Hans-Ueli erklärt. Hans-Ueli zieht in seinem Garten gleich vis-à-vis selber zahlreiche Pflanzen in Töpfen. Nebst dem Gemüse für den Hausgebrauch hat er ein wahres Garten-Ökoparadies geschaffen. 

Der ab und zu einsetzende Regen stört die interessierten Teilnehmer nur wenig und der junge Cocker Spaniel von Selina geniesst es, unter dem Regenschutz im Warmen getragen zu werden. Weiter geht es Richtung Hirzenfeld, wo wir die grosse Ulme mit Sitzbank bestaunen, die zum Glück dem grossen allgemeinen Ulmensterben widerstehen konnte.

Oberhalb des Fussballfeldes hat Kurt Stettler mit finanzieller Unterstützung der KOFU eine 60-70 Aren grosse Blumenwiese mit Einsaaten aus drei verschiedenen Herkünften erstellt. Die Saatstreifen sind jeweils ca. 10 Meter breit. Wobei der oberste und magerste Streifen die grösste Vielfalt an bunten Wiesenblumen aufweist. Felix erklärt uns den Unterschied zwischen Wiesen- und Skabiosen-Flockenblume sowie zwischen Witwenblume und Skabiose. Gleich unterhalb dieser prächtigen Wiese liegt die Hecke, die von Felix vor 3 Jahren geplant wurde und die der NVM zusammen mit Kurt Stettler gepflanzt hat. Einige Rosen sind am Blühen, andere Pflanzen sind noch eher klein. In der Nachbarschaft steht im Fuchsenloch die alte Hecke mit grossen und für die Naturvielfalt wichtigen Eichen. Anschliessend folgt eine gut 10-jährige Hecke an der Südseite des Fussballplatzes. So ist die Gegend unterdessen ums Hirzi ökologisch wertvoll, insbesondere, wenn hoffentlich in Zukunft die grossen Hecken im Hirzi wieder naturnäher gepflegt werden und zum Blühen kommen.

Weiter geht es in Richtung der beiden grossen Rückhaltebecken, wo das Regenwasser von Hasi Strahms Hofdach eingeleitet wird. Die beiden Teiche werden von Amphibien zum Laichen benutzt und auch Libellen gibt es.
Zu Gast bei Hasi Strahm‘s Hasihof beobachten wir das rege Treiben der seit letzten Sommer brütenden Mehlschwalben in den montierten Nestern. Im Stallinnern brüten auch Rauchschwalben. Hasi freut sich sehr an diesen Fluggästen, da er und besonders auch seine Aubrac Rinder nun bedeutend weniger von Fliegen und Mücken gestört werden und dies, ohne Insektizide einzusetzen.

Hasi überrascht uns mit einer äusserst grosszügigen Aperoplatte und Getränken dazu. Wir erfahren von ihm viel Interessantes über seinen Hof und seine Art biologisch zu wirtschaften. Er erzielt damit schöne Erträge auf den Weizenfeldern. Dies ohne Einsatz von Spritzmitteln und mit weniger Erosionsgefahr für die Humusschicht bei starkem Regenwetter, wie in den letzten Tagen in der Nähe geschehen. Seine widerstandsfähigen, Horn tragenden Rinder haben genügend Platz und brauchen kein Mastfutter. Durch die natürliche Haltung entstehen kaum Kosten für Medikamente und Tierarzt. Zudem ist das sehr naturnah produzierte Fleisch ein wahrer Genuss.

Herzlichen Dank für die kompetente Führung an Felix Winkenbach und Hans-Ueli Stucki sowie natürlich an Hasi Strahm für seine Erklärungen und den grosszügigen Apero, für den wir mit zwei Rauchschwalbenestern danken konnten. 

Text und Bilder: Erich Lang, Co-Präsident NVM