Bau eines Wildbienenhotels und Gestalten eines bunten Blumentopfs mit Kindern

Am Samstagnachmittag 9. April 2016  konnten wir im Werkraum des Schulhauses Waldegg 15 Kinder zum Bau eines Wildbienenhotels begrüssen. Der Anlass fand im Rahmen des Ferienpasses des Jugendwerkes Münchenbuchsee statt.

Die in drei kleine Gruppen aufgeteilten Kinder konnten ideal instruiert werden. Pascal König erklärte viel Interessantes über Wildbienen, deren Lebensweise und Ansprüche. Myriam Lang zeigte den Kindern, wie man den Keramiktopf anmalen und die von Hans-Ueli Stucki gezogenen Wildblumensamen dann in die Erde einpflanzen kann. Die von Freddy Oester toll vorbereiteten Wildbienenhäuser konnten unter Anleitung gebohrt und anschliessend zusammengeschraubt werden. Für einige Kinder war dies eine etwas knifflige Angelegenheit. Aber am Schluss passten dann jeweils immer alle Teile zusammen. Freddy wurde von Erich Lang beim Bohren von Löchern ins vorbereitete Hartholz assistiert. Die gesammelten Schilf und Kardenstengel wurden auf die richtige Länge geschnitten. Die verschiedenen Hohlräume im Holz und in den Stengeln sind potentielle Niststellen für Wildbienen. Die Kinder und die Betreuer waren mit vollem Einsatz dabei und halfen einander, wo es nötig war. Zur Stärkung wurde vom NVM ein Zvieri mit frischen Apfelstücken und Schoggibrötli offeriert.

Der Nachmittag ging wie im Flug vorbei und die Kinder waren stolz, das selbst gezimmerte Wildbienenhotel und den bunten, mit diversen selbst gesäten Wildblumensamen gefüllten Blumentopf mit nach Hause zu nehmen.

Die Pflanzen erwarten nun gerne etwas Wasser, wenn sie durstig sind. Wenn sie blühen, können sich dann die Wildbienen daran laben. Das Wildbienenhotel kann an einem sonnigen wettergeschützten Platz auch auf einem Balkon aufgestellt werden. Es wird dann hoffentlich bald von den sanften Wildbienen bewohnt, so dass es etwas zu beobachten gibt.

Herzlichen Dank an alle freiwilligen Helfer des NVM und dessen grosszügige finanzielle Unterstützung, der Gemeinde Münchenbuchsee und dem Abwart Ueli Schori für die Benutzung des Werkraumes. 

Text und Bilder: Erich Lang 

Infos zu Wildbienen:

SVS/Birdlife                www.birdlife.ch/de/node/2297

WildBee.ch                 www.wildbee.ch

Wildbiene + Partner:   wildbieneundpartner.ch

Heckenpflanzung bei Familie Stettler im Hirzenfeld

Am Samstagmorgen den 19. März 2016 fanden sich 8 motivierte Mitglieder des NVM, unterstützt durch 4 kräftige Asylbewerber, Familie Stettler und einer Biobauernfamilie aus Grafenried zur Pflanzung von Heckensträuchern zusammen.

Oberhalb des Fussballplatzes im Hirzenfeld an einer steilen Böschung auf dem Land von Kurt Stettler befindet sich der Pflanzort der Hecke. Felix Winkenbach hatte über 260 Sträucher aus dem Forstgarten Lobsigen ausgesucht und den Pflanzplan angefertigt. Viele niedrig wachsende Sträucher und einheimische Rosenarten wurden mit viel Einsatz gepflanzt. Die Arbeiten gingen zügig voran. Bei schönstem Sonnenschein konnten wir das von Frau Stettler zubereitete reichhaltige und feine Znüni geniessen.

Dank dem nassen Wetter im Frühling ist die Hecke gut angewachsen und wird in Zukunft die Gegend um das Fuchsenloch ökologisch bereichern, als Nahrungsquelle mit den verschiedenen Blüten und Beeren für Insekten und Vögel, aber auch als Schutz- und Verbindungselement für grössere Tiere wie Igel, Feldhase und Reh.

Herzlichen Dank besonders an Familie Stettler für ihre Bereitschaft eine Hecke auf ihrem Land zu pflanzen, an Felix Winkenbach für die fachliche Leitung und an alle Helfer für ihren gefreuten Einsatz.   

Info für Verkauf ab Hof der Beteiligten:

  • Familie Stettler, Radiostrasse 37 (beim Hirzenfeld) verkauft Kartoffeln, Obst und Bienenhonig direkt ab Hof
  • Biobauernfamilie Carla Mosimann und Simon Buri, Biohof Grafenried, Bernstrasse 17, 3308 Grafenried bietet „Das Gemüseabonnement“ an. Mehr dazu Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf der Homepage

 Text und Bilder: Erich Lang und Felix Winkenbach

Nistkastenkontrolle Brutjahr 2015

Mehr Natur vor der Haustür

Was kann ich dazu beitragen und was macht die Gemeinde Münchenbuchsee?

Bildervortrag von Pascal König, BirdLife Schweiz und Co-Präsident NVM und Erika Loser, Projektleiterin Planung und Umwelt Bauabteilung Gemeinde Münchenbuchsee

Startanlass des NVM für Aktionen durchs ganze Jahr für mehr Biodiversität vor der Haustüre zusammen mit der Gemeinde Münchenbuchsee.

Erich Lang Co-Präsident des NVM konnte fast 50 Personen zu diesem Vortragsabend begrüssen und Pascal König startete mit diesen Fragen ans Publikum: Was beinhaltet Biodiversität im Siedlungsraum? Was für eine Bedeutung hat Natur vor der Haustüre für Sie?

Einige Stichworte und Antworten auf diese Fragen sind: Vielfalt der Arten und Lebensräume und auch die genetische Vielfalt. Gefährdet ist die Biodiversität im Siedlungsraum durch Verlust von Grünraum, eine sterile Umgebung. Gefördert werden kann die Natur vor der Haustür durch einheimische Sträucher statt Kirschlorbeer (z.B. Holunder auch für Sirup aus dessen Blüten), Blumenwiesen statt Einheitsrasengrün, Ruderalflächen statt Asphaltplatz,  Trockenmauer statt Beton, Strassenrand und Mittelstreifen für Blumen (Blumenwiesen wie sie z.B. Hans Ueli Stucki vom NVM an diversen Standorten in Buchsifördert), Wasser im Siedlungsraum, begrünte Dächer und Wände, Blumenkisten auf dem Balkon mit einheimischen Blumen (dies ist auch für Mieter möglich), Nisthilfen auch für Höhlenbrüter wie Haurotschwanz oder Fledermäuse an einer Hauswand.

Die Förderung von mehr Natur vor der Haustüre ist ein Zusammenspiel verschiedener Akteure wie Hausbesitzern, Mietern (die auch Einfluss auf die Umgebungsgestaltung nehmen können), Hauswarten, Architekten und den politischen Gremien von national bis kommunal.

Erika Loser von der Bauabteilung der Gemeinde Münchenbuchsee ging in Ihrem Vortrag auf die Regelung und Umsetzung, z.B. gemäss Zonenplan, der von den Stimmbürgern in Buchsi im 2013 genehmigt wurde, und weiteren gesetzlichen Vorgaben auf das Thema ein. Auch einzelne geschützte Objekte, wie die Mauerseglerkolonie im Kirchturm und im Paul Klee Schulhaus und geschützte Bäume wurden als Beispiele genannt. Zudem ist die Gemeinde daran die Biodiversität auf Gemeinde eigenen Flächen zu fördern. Auch die Zusammenarbeit mit der KOFU, der Neophytengruppe des NVM und ein Merkblatt zur Umgebungsgestaltung sind Punkte die wichtig sind.

Einige mögliche Projekte, die von der Gemeinde zusammen mit den NVM aufgewertet werden könnten sind z.B. die Tannenhecke der Schrebergärten im Riedli, die Umgebung der Saalanlage, die Dachbegrünung im Paul Klee Schulhaus verbessern, oder allenfalls auch Massnahmen beim Ausbau des Gymers Hofwil.

Einige Fragen und Hinweise aus dem Publikum konnten die beiden Referenten gut und erklärend beantworten. Auch in Buchsi besteht noch viel sehr viel Potential für mehr Natur vor der Haustüre.

Fazit des Abends: Mehr Natur vor der Haustüre ergibt mehr aktiven Erholungsraum und verbesserte Lebensqualität für Mensch und Natur. Nebst der Gemeinde und dem NVM, die sich für mehr Biodiversität im Dorf einsetzen, hat es auch jeder von uns selbst in einem gewissen Mass in der Hand, was Er oder Sie für mehr Natur vor der eigenen Haustüre beitragen kann. Werden Sie selber aktiv!

Informationsblatt "Biodiversität im Siedlungsraum"

Text: Erich Lang; Bilder: Pascal König/Erich Lang/BirdLife Schweiz

Mosttag 2015

Wendehals und Mittelspecht

Öffentlicher Bildervortrag von und mit Hans Rudolf Pauli, Biologe, Twann

Pascal König, Co-Präsident des NVM, konnte fast 50 Besucher zum öffentlichen Bildervortrag über den Wendehals und Mittelspecht begrüssen.  Hans Rudolf Pauli, ein ausgewiesener Fachmann der Ornithologie und begeisterter Biologe, erzählte uns wie es gelang, Wendehals und Mittelspecht am Jura Südfuss zu fördern. Damit die Arten erfolgreich gefördert werden können muss man wissen: Wie leben sie und was brauchen sie?

Grundsätzlich sind beide Vögel Spezialisten. D.h. Sie brauchen ganz spezielle Bedingungen bezüglich Lebensraum und Nahrung. Der Wendehals kann vereinfacht als Ameisenspecht und der Mittelspecht als Eichenspechtbezeichnetwerden.

Der Wendehals kommt im April aus seinem Winterquartier in der Sahelzone und Spanien zurück. Er baut selber keine Höhlen und ist auf vorhandene Spechthöhlen oder passende Nistkästen angewiesen. Er wiegt 35-40gr und ist somit kleiner und leichter als eine Amsel.  Mit nur 2000-3000 Paaren in der Schweiz wird der Wendehals auf der Roten Liste als potential gefährdet aufgeführt und ist eine der 50 national prioritären Vogelarten für Artenförderungsprogramme. Er ist auf einen lückigen, ameisenreichen Untergrund angewiesen, wo er mit seiner langen und dünnen Zunge hauptsächlich Wiesenameisen, deren Eier und Larvenaufnimmt (keine rote Waldameisen). Zudem bevorzugt er wärmere Lagen, wie die Sonnenhänge am Bielersee. Mit Speichel versehen kleben diese Ameisenballen zusammen und die Fütterung der Jungvögel durch das Elternpaar kann so effizient durchgeführt werden. Im Raum Twann-Ligerz  findet er in den Rebbergen eine passende Umgebung mit lockerem Boden und Ameisen. So konnten dieses Jahr gemäss Beobachtungen von Hans-Rudolf Pauli 8 Brutpaare ihre Jungen in der Gegend aufziehen. Das Aufhängen von Wendehalsnistkästen in den Rebbergen hat zu diesem Erfolg wesentlich beigetragen. Ein Höhepunkt ist sicher auch der Nistkasten im Garten von Hans-Rudolf Pauli, in dem 8 junge Wendehälse gross wurden und wir die Bilder deren Entwicklung vom Ei bis zum Ausfliegen aus dem Nest bestaunen konnten.

Der Mittelspecht braucht knorrige alte Eichen, die im Idealfall noch mit Efeu bewachsen sind. Er ist durch seine gänzlich rote Kappe und dem weissen Gesicht vom Buntspecht zu unterscheiden. Der Mittelspecht baut seine Höhlen bevorzugt in Totholzteile von Eichen, worin er dann seine Jungen aufzieht. Eichen beherbergen eine grosse Vielfalt und Anzahl an Insekten. So sucht der Mittelspechtan der Borke und im Totholz sowie im Kronenbereich der Eichen nach Insekten, um die hungrigen Jungvögel mit viel proteinreicher Nahrung zu versorgen. Junge Eichen werden sehr gerne von Rehen gefressen und ohne spezifische Förderung wachsen kaum Eichen mehr nach.  Mit der Förderung von Waldreservaten, mit dem Ziel von 10% der Waldfläche bis 2030 in Kanton Bern, kann der Totholzanteil gesteigert werden und so nebst dem Mittelspecht, auch die gesamte Ökologie im Wald gefördert werden. Nach dem Aktionsplan von 2008 der von BirdLife Schweiz und der Vogelwarte Sempach erarbeitet wurden hat BirdLife Schweiz eine schweizweite Aktion zur Erhebung der Mittelspechtbestände gestartet. Hans Rudolf Pauli hat als Verantwortlicher für die Kartierungen vom Schwerpunktgebiet am Bielersee und vielen Kartierstunden einen sehr grossen und wichtigen Beitrag zur Bestandserhebung und Förderung des Mittelspecht geleistet.

Hans Rudolf Pauli hat uns mit seiner Begeisterung für den Wendehals und Mittelspecht gezeigt, dass durch gezielte nachhaltige Förderung und mit Zusammenarbeit mit Winzern, Bauern, Waldbesitzern und  Förstern, Bestände gefördert werden können.  Die tollen Aufnahmen hat er mit einer kleinen Kompaktkamera gemacht, die er jedoch durch das Aufsetzen auf sein Fernrohr sozusagen mit Teleobjektiv versehen hat.

Die interessantenSchilderungen von Hans Rudolf gaben uns einen schönen Einblick in das Leben dieser beidenauf der nationalen Prioritätenliste stehenden Vögel. Herzlichen Dank für den Vortrag.

Hans-Rudolf  Pauli verzichtet zugunsten eines Beitrages durch den NVM an das Projekt „Nationale Prioritäre Kulturlandvögel im Grossen Moos BE/FR 2015-2019: Steinkauz, Kiebitz, Feldlerche, Dorngrasmücke und Grauammer“ auf seine Gage.  

Text: Erich Lang / Fotos: Hans-Rudolf Pauli