Insektenparadies Pfynwald  

www.pfyn-finges.ch                                                            

Am 29.Oktober 2014 konnten wir vom NVM gegen 60 Besucher zum lehrreichen Bildervortrag von Dr. Jürg Zettel, Professor im Ruhestand der Uni Bern begrüssen.

Jürg Zettel kommentierte mit vielen Anekdoten untermauert seine tollen und vielseitigen Bilder.

Der Pfynwald ist der grösste Föhrenwald der Schweiz und liegt zwischen Salgesch, Leuk und Sierre. Dieser ist an den meisten Stellen sehr monoton. Wo jedoch Schneisen in den Wald geholzt wurden, oder wo ein Waldbrand gewütet hat, befindet sich in diesem Naturpark eine unglaubliche Biodiversität.  Die sehr dynamische Rotte (Rhone) verlässt oft Ihr Kiesbett und sorgt damit für Kleinseen und Wässermatten. Verbuschende Federgrassteppen sorgen für eine weitere Bereicherung. Über den angrenzenden, nicht immer wasserführenden Illgraben,  gelangen bei Hochwasser enorme Mengen an Geschiebe und Geröll in die Gegend. Dadurch entstehen weitere  Pionierhabitate. Die extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht beeinflussen das Verhalten der Insekten. Um der Hitze des Bodens zu entweichen, werden die Beine durchgestreckt und auch angehoben, damit der Körper höher steht oder man klettert auf Pflanzen in die Höhe um der Hitze nahe am Boden zu entgehen. 

In Anlehnung an „The Big Five“ in Afrika nennt er seine Favoriten „The little Five“. Darunter ist auch die Röhrenspinne, welche wegen Ihres Lebenszyklus nur alle 3 Jahre als Spinne gesehen werden kann. Im 2015 ist es wieder soweit. Unzählige Male war Jürg Zettel mit seiner Kamera oder mit Studierenden und Naturfreunden auf Insektenpirsch im Pfynwald. Einige Erlebnisse dazu: Ein Hirschkäfer hat sich einmal in die Zehe eines Studenten verbissen. Der oberhalb des Zeltplatzes fütternde Wendehals hat, wenn er beobachtet wurde, seine Fütterungsflüge sofort eingestellt und diese erst wieder aufgenommen, als wieder Normalbetrieb auf dem Platz herrschte.

Viele der Insekten sind wahre Täuschungskünstler. So die Gottesanbeterin, die in Gräsern sitzend kaum entdeckt wird. Oder die Segelfalterraupe die aussieht wie ein Blatt, und sogar mit Rippen und kleinen Rostflecken versehen ist. Einige Insekten, wie z.B. Blattwespe oder Schwebefliege sehen Wespen ähnlich und halten sich somit Feinde vom Leib. Auch Käfer wie der Wespenbock, Wespenspinne, Ameisen und die bis 100 Wildbienenarten stellen hohe Ansprüche an Ihren Lebensraum. So braucht die Mörtelbiene für den Nestbau Wasser, Sand und kleine Steinchen, dazu auch noch Pollen für die Larven.

Die Heuschrecken Grabweste zerrt in die von Ihr gegrabenen Bauten, eine durch Stiche gelähmte Heuschrecke ein, damit Ihre Larven während 1-2 Wochen Futter für Ihre Entwicklung haben. Durch streichen der Beine über die Flügel entsteht übrigens die Heuschreckenmusik.

Die Bilder, der als  fliegende Teppiche bezeichneten Schmetterlinge, sorgten mit Ihrer Farbenpracht für einen tollen Abschluss, des lebendigen und immer wieder überraschenden Vortrages.

Die gestellten Fragen nutze Dr. Zettel für weiteren interessanten Einblick in das Insektenparadies Pfynwald.

Toll,  was da im Walliser Naturpark Pfyn möglich ist! Auch in der eigenen Umgebung kann jeder von uns durch  geeignete  Massnahmen etwas mehr Lebensraum für Insekten generieren und so zur grösseren Biodiversität beitragen.  Ich wünsche Ihnen dabei viel Spass und sicherlich viele interessante Beobachtungen.
SVS-Kampagne Biodiversität

 Erich Lang, Co-Präsident NVM, 01.11.2014

 Fotos: Dr. Zettel

Exkursion Biber in der Belpaue

21. Juni 2014

Am 21. Juni 2014 fand die tolle Exkursion auf den Spuren des Bibers in der Belpau unter fachkundiger Leitung von Beatrice Baeriswyl, (von Hallo Biber, www.hallobiber.ch) statt. Sie kennt das Gebiet sehr gut und konnte uns manch spannende Beobachtung zeigen und erzählte uns mit guten Hilfsmitteln unterstützt sehr viel Wissenswertes über den Castor. Eine Gruppe von 17 Interessierten vom NVM war zu Gast im Lebensraum dieses faszinierenden Tieres.


Einige Beobachtungen und Informationen:
Gefällte Bäume die wieder ausschlagen, Bäume deren Rinde im unteren Bereich abgenagt wird, und die über die Jahre zu Spechtbäumen werden, Biberdamm und Biberbau, Rübenfeld das als Naschplatz gebraucht wird, Zähne die nachwachsen und wegen des eingelagerten Eisens rot gefärbt sind, die enorme Dichte des Pelzes, Bibergeil konnte gerochen werden etc.
Alles stimmte am längsten Tag des Jahres! Es war sonnig und warm und wir konnten alle mehrere Biber in Ihrem natürlichen Habitat sehen und bestaunen. Herzlichen Dank an Beatrice für die kundige Führung, die bei einem Getränk und vertiefenden Gesprächen abgeschlossen wurde.

 

Fotos: Erich Lang

Video: Erich Lang

Exkursion Golfpark

10.05.2014

Fotos: Erich Lang, Marius Luterbacher, Josef Birrer

 

Wanderung ins Hudelmoos, Kt. Thurgau

04.05.2013

Fotos: Kurt Lienhard/ Ruedi Stüssi

Wanderung zum Mont d'Orge, Sion, Wallis

19.06.2010

Fotos: Kurt Lienhard

 

Invasive Neophyten

23.03.2006

Ein Neophyt ist eine gebietsfremde Pflanzenart, die im natürlichen Lebensraum eingebracht worden ist.
Die invasiven Arten sind diejenigen, die sich rasch ausbreiten und die einheimische Flora verdrängen. Ihre biologischen Eigenschaften, wie ein schnelles Wachstum oder ein hoher Fortpflanzungsgrad, erlauben eine sehr grosse Konkurrenzfähigkeit und bedrohen die typischen Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen.

Klicken Sie auf das Bild, um mehr über die Pflanze zu erfahren.

Ambrosia             Drüsiges Springkraut             Japanischer Staudenknöterich             Kanadische Goldrute             Riesenbärenklau             Sommerflieder