Brütende Uferschwalben in Deisswil

Erich Lang, Co-Präsident, hat nach einem Hinweis von Peter Villinger Fotos der Uferschwalben in der Kiesgrube in Deisswil gemacht. Gemäss Peter Villinger sind dort bis zu 200 Paare am Brüten. Krähen sind Nesträuber und machen Stress.


 

 

Was blüht denn da?

Pflanzliche Abendexkursion mit Felix Winkenbach  (Dr. sc. nat. und  NVM Ehrenpräsident) und Hans-Ueli Stucki (Naturpflanzenzucht und NVM Mitglied)

Beim Schulhaus Paul Klee trifft sich am Montag, den 4. Juni 2018 eine Gruppe botanisch Interessierter trotz tief hängender Wolken über Buchsi zur Exkursion mit Felix Winkenbach und Hans-Ueli Stucki.

Schon vor über 30 Jahren hat Felix seine erste Exkursion gestartet und auch heute hat er wieder Erfolg mit seinen Ausführungen. An den Niststellen der Mauersegler auf der Rückseite des Schulhauses können wir diesmal keine Vögel beobachten. - Eine Idee steht im Raum: Zusammen mit dem Schulhausabwart die Niststellen der Mauersegler am Paul-Klee Schulhaus für die Beobachtung durch Schüler zugänglich machen. Wer möchte diese Idee weiter entwickeln und umsetzen?

Auf dem Weg zum Lindehus bei der Post sehen wir bereits die ersten blühenden invasiven Neophyten, das Einjährige Berufkraut. Dagegen wurde beim Spielplatz des Schulhauses der letze Woche schön blühende Scharfe Mauerpfeffer unnötigerweise ausgerissen. Im schönen Bauerngarten des alten Lindenhauses blühen einige Pflanzen, wobei man auch sieht, dass gewisse zu dominant werden, wenn die Pflege nicht darauf abgestimmt ist. Die Rote Spornblume blüht schön, dürfte aber gemäss Felix bald als invasiver Neophyt eingestuft werden.

Über die Strasse ist eine prächtig gestaltete Heuwiese um die Häusergruppe zu bestaunen. Das warme Wetter lässt die Wiesen in diesem Jahr fast um 2 Wochen früher blühen als normal. Hier sehen wir unter anderem: Wiesen-Flockenblume, Zaunwicke, Scharfer Hahnenfuss, Wiesenmargerite und eine schöne einheimische Liguster Hecke in Vollblüte. Aber auch hier blüht das Einjährige Berufkraut mitten in der Wiese. Dieses ist auszureissen und vertrocknen zu lassen, damit es sich nicht weiter vermehren kann.

Beim Kreisel bei der GFM-Brocki hat Hans-Ueli Stucki in Absprache mit der Gemeinde kleine Flächen mit Naturblumen bepflanzt. Bunt und farbig blüht da in weinrot die Wilde Malve (auch Chäslichrut genannt - wegen seiner an einen Käselaib erinnernden Früchte), die hellblaue Wegwarte, das Fingerkraut mit seinen 5 Teilblättern, die einer Hand gleichen.

An der Schmiedegasse auf einer ehemaligen Pferdekoppel befindet sich der Schmetterlingsgarten, der von Hans-Ueli Stucki geplant und unter Mithilfe von NVM-Mitgliedern gepflanzt wurde und weiter unterhalten wird. Dieser Garten ist weiterhin schön am Blühen. Einige Arten, die im Schmetterlingsgarten und zum Teil sonst an der Schmiedegasse vorkommen, sind Skabiosen-Flockenblume, Wiesensalbei, Witwenblume, Klatschnelke, Gemeines Leimkraut (auch Chlöpferli genannt, da sich Ihre Blüten unter einem kleinem „Chlapf“ zerplatzen lassen), Rainfarn, Aufrechtes Fingerkraut, Hornklee, Gelber Honigklee, Königskerze, Moschusmalve und Knoblauchhederich. Diese Pflanzen ziehen viele Fluginsekten an und sind die Wirtspflanzen für die Raupen von zahlreichen Schmetterlingsarten, wie uns Hans-Ueli erklärt. Hans-Ueli zieht in seinem Garten gleich vis-à-vis selber zahlreiche Pflanzen in Töpfen. Nebst dem Gemüse für den Hausgebrauch hat er ein wahres Garten-Ökoparadies geschaffen. 

Der ab und zu einsetzende Regen stört die interessierten Teilnehmer nur wenig und der junge Cocker Spaniel von Selina geniesst es, unter dem Regenschutz im Warmen getragen zu werden. Weiter geht es Richtung Hirzenfeld, wo wir die grosse Ulme mit Sitzbank bestaunen, die zum Glück dem grossen allgemeinen Ulmensterben widerstehen konnte.

Oberhalb des Fussballfeldes hat Kurt Stettler mit finanzieller Unterstützung der KOFU eine 60-70 Aren grosse Blumenwiese mit Einsaaten aus drei verschiedenen Herkünften erstellt. Die Saatstreifen sind jeweils ca. 10 Meter breit. Wobei der oberste und magerste Streifen die grösste Vielfalt an bunten Wiesenblumen aufweist. Felix erklärt uns den Unterschied zwischen Wiesen- und Skabiosen-Flockenblume sowie zwischen Witwenblume und Skabiose. Gleich unterhalb dieser prächtigen Wiese liegt die Hecke, die von Felix vor 3 Jahren geplant wurde und die der NVM zusammen mit Kurt Stettler gepflanzt hat. Einige Rosen sind am Blühen, andere Pflanzen sind noch eher klein. In der Nachbarschaft steht im Fuchsenloch die alte Hecke mit grossen und für die Naturvielfalt wichtigen Eichen. Anschliessend folgt eine gut 10-jährige Hecke an der Südseite des Fussballplatzes. So ist die Gegend unterdessen ums Hirzi ökologisch wertvoll, insbesondere, wenn hoffentlich in Zukunft die grossen Hecken im Hirzi wieder naturnäher gepflegt werden und zum Blühen kommen.

Weiter geht es in Richtung der beiden grossen Rückhaltebecken, wo das Regenwasser von Hasi Strahms Hofdach eingeleitet wird. Die beiden Teiche werden von Amphibien zum Laichen benutzt und auch Libellen gibt es.
Zu Gast bei Hasi Strahm‘s Hasihof beobachten wir das rege Treiben der seit letzten Sommer brütenden Mehlschwalben in den montierten Nestern. Im Stallinnern brüten auch Rauchschwalben. Hasi freut sich sehr an diesen Fluggästen, da er und besonders auch seine Aubrac Rinder nun bedeutend weniger von Fliegen und Mücken gestört werden und dies, ohne Insektizide einzusetzen.

Hasi überrascht uns mit einer äusserst grosszügigen Aperoplatte und Getränken dazu. Wir erfahren von ihm viel Interessantes über seinen Hof und seine Art biologisch zu wirtschaften. Er erzielt damit schöne Erträge auf den Weizenfeldern. Dies ohne Einsatz von Spritzmitteln und mit weniger Erosionsgefahr für die Humusschicht bei starkem Regenwetter, wie in den letzten Tagen in der Nähe geschehen. Seine widerstandsfähigen, Horn tragenden Rinder haben genügend Platz und brauchen kein Mastfutter. Durch die natürliche Haltung entstehen kaum Kosten für Medikamente und Tierarzt. Zudem ist das sehr naturnah produzierte Fleisch ein wahrer Genuss.

Herzlichen Dank für die kompetente Führung an Felix Winkenbach und Hans-Ueli Stucki sowie natürlich an Hasi Strahm für seine Erklärungen und den grosszügigen Apero, für den wir mit zwei Rauchschwalbenestern danken konnten. 

Text und Bilder: Erich Lang, Co-Präsident NVM


 

 

Schmetterlingsvielfalt in einer Lichtung im Bärenriedwald

Unser Mitglied, Herr Rudolf Stüssi, hat uns folgende wunderschöne Schmetterlingsbilder zukommen lassen:

Exkursion Wengimoos

mit Daniel Friedli (Verantwortlicher Wengimoos Berner Ala und NVM Mitglied)

Bei der Käserei in Wengi traf sich eine Gruppe Frühaufsteher um gut 06.30 Uhr bei bestem Wetter zur Exkursion mit Daniel Friedli ins Wengimoos.

Das Wengimoos ist ein Flachmoor von nationaler Bedeutung und weist eine Fläche von 33 ha auf, wovon 15 ha im Besitz der Berner Ala sind. Die Torfstichlandschaft im Limpachtal mit vielen kleinen Teichen und reicher Fauna und Flora ist das drittwichtigste Gebiet für Libellen im Kanton Bern. Es wurden bisher 28 Libellen Arten nachgewiesen. Dies dank der Vielfalt an verschiedenen Gewässertypen. Die Nachkommen von Louis Gasser Besitzer der Ziegelei Rapperswil veräusserten 4 ha Land an die Ala und so trägt das Gebiet auch den Zusatznamen Louis Gasser Reservat.

Als Überwinterungsgebiet ist das Gebiet sehr wichtig z.B. für die Bekassine, Zwergschnepfe und Raubwürger, der in der Schweiz als Brutvogel ausgestorben ist.

Daniel Friedli betreut das Wengimoos seit 1983 und seither konnten markante Erweiterungen und wichtige konzeptionelle Anpassungen umgesetzt werden. Möglichst vielseitige Strukturen zu haben ist das Ziel der Al, d.h. Wasser in tiefen, flachen, grossen und kleinen Teichen, Fliessgewässer, vielfältige Hecken, Gebüsche und Wiesen. Das umliegende Land wird, wo es der Ala gehört von Pächtern extensiv bewirtschaftet. Es gibt aber noch immer etliche Parzellen, wo intensiv angebaut wird und keine, eigentlich gesetzlich vorgeschriebene Pufferzonen vorhanden sind, weil der Kanton Bern die sonst fälligen Beiträge an die Landwirte nicht aufbringen kann. Erfreulich sind aber auch tolle Hecken, die aus privater Initiative gepflanzt wurden. Eine Hecke mit gezielt aus gewählten Sträuchern und guter selektiver Pflege bringt viel Leben ins Gebiet. So ist der Neuntöter an verschiedenen Orten zu sehen und am Brüten. Wenn Überfluss an Insekten herrscht sticht er diese an Dornen auf und greift auf diesen Notvorrat zurück, falls ein Kälteeinbruch die Insekten als seine einzige Nahrung zum verschwinden bringt.  Der Neuntöter ist der einzige Zugvogel im Wengimoos der über die Ostroute in sein Winterquartier in Afrika fliegt. Auch der Dorngrasmücke, Schwarz- und Braunkehlchen, bringen solche Hecken viel nötigen Lebensraum. Die kanarienvogelgelbe Goldammer sahen wir auf einem hohen Baum. Diese liebt aber die Heckenstruktur ebenfalls. Sie ist mit gut 20 Brutpaaren zusammen mit dem Teichrohrsänger die häufigste Brutvogelart im Wengimoos. Der Teichrohrsänger beansprucht kleine Reviere und erreicht dadurch eine recht hohe Dichte.

Den Kuckuck hörten wir schon von weitem rufen. Er kommt in der Schweiz leider fast nur noch in Naturschutzgebieten vor, und da wo er vorhanden ist, ist dies ein Qualitätsmerkmal. Denn wo er auftritt braucht es viele Raupen als Nahrung und viele andere Vögel, damit er seine Eier in deren Nester legen kann.

Der Sumpfrohrsänger ist ein begnadeter Sänger und er kann bis zu 70 Vogelstimmen z.B. auch die Nachtigall imitieren. Besonders wenn er im Frühjahr aus dem Winterquartier wieder eintrifft sind Vogelstimmen zu hören, die bei uns gar nicht vorkommen. Hat er aber ein Gelege errichtet sinkt die Singfreude. Er baut sein Nest in Überganszonen vom Schilf zum Gras aufgehängt z.B. an Brennnesseln.

Der Teichrohrsänger mit seiner kratzigen Melodie, baut sein Nest auch hängend, aber im Schilf. Den dritten, und den grössten der Rohrsänger, den Drosselrohrsänger konnten wir auch sehen. Von einem Punkt aus war es uns vergönnt die 3 Rohrsänger alle zusammen zu hören und zu sehen. Daneben war auch die sehr seltene Zwergdommel beim Brüten mit Ihrem „Hu-u“ zu hören. Diese profitiert vom grösserem offenen Teich und der abgetragenen Insel.

Dank der vertieften Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wengi wird nun ein Weg der mitten durchs Naturschutzgebiet führt temporär bis Mitte Juni gesperrt. Bisher war kein Punkt im Rechteck, welches das Wengimoos bildet, mehr als 150 m von einem Weg entfernt, was für störungsanfällige Arten zu nah ist. Dank der neuen Besucherlenkung und der damit verbundenen Ruhe sind mehr Rehe, Graureiher und weitere Tiere vor Ort. Sogar die Rohrweihe hat schon einen ersten, allerdings erfolglosen Brutversuch gemacht. Der Schwarzmilan hat seinen Horst gut versteckt in einem Baum bezogen. Ein Altvogel und ein flauschiger Jungvogel waren darin zu sehen, bewacht vom zweiten Elternteil auf einem abgestorbenen Baum. Der Schwarzmilan hat einen weniger gegabelten Schwanz als der Rotmilan und bevorzugt Nassgebiete. Der vorbeifliegende Rotmilan, mit einer Mauserlücke am Flügel bevorzugt Wald, und dessen Ränder. 

Im Tal der 1'000 Lerchen, wie das Limpachtal auch genannt wird, ist der Feldlerchen Bestand in den letzten Jahren deutlich gesunken. Wir konnten trotzdem an einigen Stellen die sich kreisend in die Höhe singenden Feldlerchen beobachten, ehe Sie sich wieder gegen den Boden fallen liessen. Diese Bodenbrüter haben immer mehr Mühe lückige Wiesen für Ihr Nest und das Aufbringen Ihrer Jungen zu finden. Am ehesten sind die Ränder von Kulturen noch mögliche Niststellen. Diese werden kaum von Traktoren befahren und so die Brut auch nicht zerdrückt.

Ein von der Ala neu übernommenes Gebiet wurde um gut 40 cm abgesenkt und der Boden damit von Nährstoffen befreit und mit Teichen unterschiedlicher Art versehen. Dort waren viele Frösche zu hören und auch die Rauchschwalben waren über dem Gebiet auf Fluginsektenfang.

Aus dem nahen Wald an der Nordseite kommen oft Sperber, Habicht, Eichelhäher und weitere Vögel auf Besuch ins Moos. Es herrscht eine Vielfalt in vielerlei Hinsicht.

Damit diese Vielfalt bestehen bleibt oder noch vergrössert wird, braucht das Gebiet ein fachgerechtes Pflegekonzept, das gut und fachmännisch umgesetzt wird.

Als Beispiel das Heckenpflegekonzept damit Vielfalt in verschiedener Beziehung herrscht:

  1. Selektion und Pflanzung mehr oder weniger Dornen reicher Heckenpflanzen. Kein Hartriegel, weil dieser zum dominant wird.
  2. Heckenabschnitte nicht gleich hoch. Im Pflegejahr einzelne Pflanzen ganz stehen lassen andere ganz zurückschneiden.
  3. Nicht jeder Heckenabschnitt ist gleich. Ca. 1/3 der Hecke wird pro Jahr geschnitten. Alles Schnittgut aus der Hecke gebracht, eingekürzt und sämtliches Schnittgut wieder kompakt in die Hecke eingebracht. Dies dient als Unterschlupf für Kleinsäuger und Insekten. So können keine Katzen darin jagen. Je ein weiterer Drittel wird in den Folgejahren selektiv geschnitten oder dann auch 1 oder bis 2 Jahre stehen gelassen. Selektive Förderung, respektive Rückschnitt stark wachsender Pflanzen ist wichtig dabei.

Für Interessierte ist das Wengimoos ein lohnendes Ausflugziel und mit dem Bus ab dem Bahnhof Münchenbuchsee Richtung Büren an der Aare immer mit Abfahrt um 15 Minuten nach der vollen Stunde in gut 15 Minuten einfach erreichbar. Rückfahrt ab der Käserei Wengi Richtung Buchsi ist immer zu vollen Stunde.

Herzlichen Dank für die kompetente Führung an Daniel Friedli, der auf die zahlreichen Fragen kompetent einging und uns einen interessanten Morgen bescherte.

Text: Erich Lang, Co-Präsident NVM

 


Exkursion Gartenvögel

mit Pascal König (Feldornithologe und Exkursionsleiter)

Am Samstag, den 21. April 2018 traf sich beim Freispielpark eine kleine Gruppe Interessierter um 9.00Uhr ein. Das sonnige warme Wetter versprach eine tolle Exkursion. Das Grundstück des Freispielparks gehört der Gemeinde und ist eine Vorzeige für Biodiversität. Grünflächen, alte Obstbäume, Asthaufen, Wildbienenhaus, Unterschlupf für Käfer, Insekten, Reptilien. Diese Anlage wurde auch unter der Mithilfe des NVM in den letzten Monaten ökologisch aufgewertet. Dort beobachteten wir Haus- und Feldspatz, Blaumeisen, Amseln, Ringeltauben, Rotkehlchen, Rabenkrähen.

Bei den Schrebergärten am Kilchmattbächlein war es zu warm und wenige Vögel zu dieser Zeit. In der Häusersiedlung Lerchenweg zeigte uns ein Knabe eine kleine Blindschleiche, welche vor der Hauskatze gerettet wurde.

Am Weg über die Egg nach der Sprachheilschule durch Hecken- und Baumgebiet hörten wir Meisen, Buchfinken. Weiter Vorbeiflug von drei Distelfinken. Nach Warnlaut, der melodiöse Gesang der Mönchsgrasmücke, in der Höhe kreiste ein Milan.

Diese Exkursion war die ideale Vorbereitung zur Teilnahme an der Aktion Stunde der Gartenvögel vom 4.- 6. Mai von BirdLife Schweiz. Infos dazu unter www.birdlife.ch.

Herzlichen Dank für die kompetente Führung an Pascal König.

Text: Heidi Löhrmann

 

Neuer Amphibienweiher im Buchsiwald

Am kalten Nachmittag des 26. Februar 2018 wurde der neue Amphibienweiher in der Nähe der Kirchlindachstrasse Zollikofen nach etwa 4 Jahren Vorbereitungszeit eingeweiht. Samuel Scherler von der Bauverwaltung Zollikofen hatte zur Bauabnahme und Einweihung mit reichhaltigem Apero eingeladen. Zugegen waren Sarah Althaus von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz (KARCH), Fred Krieg von den Buchsi Burgern, Fritz Fankhauser, Tiefbauunternehmer Lyss, Vertretungen der Amphienrettungsgruppe und der Grünen Freien Liste (GFL) Zollikofen sowie Vorstandsmitglieder des NVM.

Vorgeschichte

Als im Frühling 2010 zwei Mitglieder des NVM aus Zollikofen von ihrem Amphibienschutzeinsatz an der Radiostrasse heimkehrten, entdeckten sie auf der Kirchlindachstrasse ein "Krötenmassaker". Von da an war ihr Haupttätigkeitsfeld zusammen mit Nachbarn an der Kirchlindachstrasse. Vorwiegend im März wandern vor allem Erdkröten (90%) und Bergmolche (10%) vom angrenzenden Buchsiwald über die Kirchlindachstrasse zum benachbarten Weiher des Hochschulinstituts (EHB). Die Wanderung hatte der Bau dieses grossen naturnahen Weiher im Jahre 1986 ausgelöst. In den vergangenen Jahren wurden jährlich zwischen 700 und 1700 Tiere durch Erwachsene und Kinder über die Kirchlindachstrasse getragen. Schon bald konnte der NVM die Organisation der jährlichen Aktionen an Patrick Haldimann in Zollikofen übertragen, der mit viel Herzblut die jährlichen Aktionen leitet. Die Organisation läuft über e-Mails, wichtiges Informationsorgan ist die Website.

Seit 2011 unterstützt der Werkhof Zollikofen die jährlichen Rettungsaktionen durch Strassensignalisation und Erstellen eines Amphibienzauns. Im April 2011 reichte die GFL Zollikofen im Grossen Gemeinderat eine Interpellation ein, um die Rettungsaktionen aufs politische Parkett zu bringen. Sie hat sich fortan immer wieder bei der Gemeinde für Verbesserungen beim Amphibienschutz an der Kirchlindachstrasse eingesetzt.

Auf Betreiben aktiver Naturschützer lud der Bauverwalter von Zollikofen im Juni 2014 Vertretungen interessierter und betroffener Kreise zu einer Besprechung über den Bau eines Amphibienweihers im Buchsiwald ein. Der Bau eines Weihers in einem Wald bedarf der Bewilligung durch kantonale und kommunale Behörden und ist auch administrativ anspruchsvoll. Um das Bewilligungsverfahren zu vereinfachen, wurde die Fläche des Weihers auf 100 m2 begrenzt. Die Buchsi Burger stellten spontan ein geeignetes Waldstück zur Verfügung. Maria Maierhofer vom NVM war dabei unsere Fürsprecherin bei den Burgern. Die KARCH war für die Fachberatung und Planung verantwortlich, die Gemeinde Zollikofen war Bauherrin und hat in Zukunft die Verantwortung für die Pflege des Weihers. Der NVM hat sich über die Jahre bemüht das Projekt voranzubringen und trägt nun mit 10'000 Fr. zur Finanzierung bei. Einen weiteren Beitrag leistet der Renaturierungsfonds der Berner Kraftwerke. Für die Mitglieder der Amphibienrettungsgruppe ist der neue Weiher ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für ihren Einsatz. Sie sind vom neuen Weiher begeistert. Hoffentlich die Kröten und Molche auch!                                                                          

Text: Felix Winkenbach

Bilder: Felix Winkenbach, Erich Lang


Nachtrag Mitte Juli 2018:

Für die Mitglieder der Amphibienrettungsgruppe ist der neue Weiher ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für ihren Einsatz. Sie sind vom neuen Weiher begeistert. Hoffentlich die Kröten und Molche auch!

Mit diesen Worten endet der Beitrag von Felix Winkenbach zum neuen Amphibienweiher im letzten NVM Rundbrief. Wie von Patrick Haldimann und weiteren Stellen vermeldet und beobachtet ist schon länger viel Laich im Weiher und auch Kaulquappen sind zahlreich vor Ort.
Am 21.05.18 Abend waren wir gegen 20 Uhr beim Weiher, der im Schatten lag. Selina (unsere 11 jährige Tochter) entdeckte gut ein Dutzend flinke Kleinstfrösche, die den Teich eben verlassen hatten. Der starken Sprungkraft und Geschwindkeit nach zu schliessen, würde ich meinen, es sind junge Grasfrösche. Im Teich sind nach wie vor viele Tiere in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zu sehen. Wegen der fehlenden Flora sind diese besonders gut sichtbar. Dank der Lichtung und der Sonneneinstrahlung sind in der Nähe auch zwei neue Ameisenhaufen im Aufbau.
Die Schulklasse meiner Tochter war während dem Unterricht auch schon zur Beobachtung zum neuen Teich gegangen. Ich habe auch erfahren, dass andere beteiligte Kinder dann mit ihrer eigenen Familie einen Ausflug zum Weiher machten.
Auch in Zukunft wird der Weiher sicher für weitere Schulklassen und Familien einen Besuch wert sein. Am Teich habe ich auch schon eine Rehgeiss mit zwei Kitzen gesehen und diverse Libellenarten schwirren umher.
Der neue Weiher ist also auf einem guten Weg und ich meine, nebst den Amphibienrettern sind auch die Amphibien selber vom Teich begeistert.

Danke allen, die mitgeholfen haben und bei diesem Projekt weiter aktiv sind.