Jahresbericht 2019 Arbeitsgruppe Neophyten

In der Arbeitsgruppe Neophyten haben im zurück liegenden Jahr 14 Personen aus dem Naturschutzverein mitgearbeitet. Im Mai traf sich die Gruppe zu einer Arbeitsbesprechung an der die Aufgaben besprochen und den einzelnen Mitgliedern Sektoren (Gebiete) zur Überwachung und Bearbeitung zugeteilt wurden. 2019 hat sich die Arbeitsgruppe fast ausschliesslich auf die Bekämpfung von Einjährigem Berufkraut, Goldruten und Japanischem Knöterich beschränkt. Vereinzelt wurden Robinien und Sommerflieder ausgegraben.

Im Verlauf des Sommers wurde das ganze Gemeindegebiet, inklusive Wald, auf den Bewuchs mit Neophyten überprüft und die einzelnen Standorte auf der Karte markiert. Für Orte mit starkem Befall wurde der Grundeigentümer ausfindig gemacht und das Gespräch mit ihm gesucht. Zurzeit fehlen die gesetzlichen Grundlagen, um die Grundeigentümer oder Pächter dazu zu verpflichten, die Neophyten selber zu bekämpfen. Ein Eigentümer an der Mühlestrasse war freiwillig dazu bereit. Möglich, dass die geplante Verschärfung des Umweltschutzgesetzes dies ändern wird.

Es ist gelungen, einzelne Gebiete, wie z.B. ein grosser Teil des Bärenriedwaldes oder die Talstrasse, bis im Herbst von Einjährigem Berufskraut und Goldruten zu befreien. Andernorts konnten die Bestände stark reduziert oder zumindest eingedämmt werden. Einige Gebiete konnten aus verschiedenen Gründen nicht oder nur zum Teil bearbeitet werden.

In der Arbeitsgruppe wurde vereinbart, dass festgehalten werden soll, an welchen Standorten welche Neophyten wann ausgegraben und/oder ausgerissen wurden. Diese Einsatzrapporte sollen dazu dienen, im Vergleich der verschiedenen Jahre festzustellen, ob die Massnahmen zu einer merklichen Verminderung der Anzahl und der flächenmässigen Ausdehnung der Neophyten beitragen oder nicht, sprich ob die Anstrengungen überhaupt etwas nützen.

Die Statistik 2019 sieht folgendermassen aus:

Ausgerissene / ausgegrabene Neophyten:

Goldruten: 7’080

Einjähriges Berufkraut: 32’530

Japanischer Staudenknöterich: 530

Zeitlicher Aufwand:

Die Statistik ergibt folgende Resultate:

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben (ohne Einsatz am Orange Day) an verschiedenen Strandorten während 126 Stunden Neophyten ausgerissen und ausgegraben. Dabei leisteten die einzelnen Arbeitsgruppenmitglieder zwischen ein paar wenigen bis zu 20, 30 und in einem Fall mehr 50 Arbeitsstunden.

Ende August fand ein Freiwilligeneinsatz durch Mitarbeitende von GlaxoSmithKline statt. Vorbereitet und begleitet wurde dieser Einsatz durch Mitglieder der Arbeitsgruppe, einem Mitarbeiter der Gemeinde und einer Mitarbeiterin des Jugendwerkes. Siehe dazu den Bericht «Einsatz für die Natur am Orange Day».

Am Orange Day wurde während 109 Stunden gearbeitet. Die Anzahl ausgerissener und ausgegrabener Pflanzen wurde nicht gezählt.

Die Anzahl Liter Schweiss, die dabei vergossen wurden, wurden nicht gemessen.

Dort wo es nicht störte, wurden die Pflanzen an einer geeigneten Stelle zum Trocknen liegen gelassen. Andernorts hat der Werkhof die Entsorgung übernommen.

Im Juni wurde im Buchsi Info ein Aufruf zur Bekämpfung der Neophyten publiziert. Im Sommer wurde das Merkblatt «Informationen zu invasiven Neophyten in Münchenbuchsee» neu gestaltet und auf der Homepage der Gemeinde Münchenbuchsee aufgeschaltet. Im Dezember erschien im Buchsi Info der Artikel «Einsatz für die Natur am Orange Day» über den Arbeitseinsatz von Ende August.

Die Arbeitsgruppe hat 2019 mit 126 Stunden einen sehr grossen Einsatz geleistet. Die insgesamt geleisteten 235 Arbeitsstunden entsprechen 5,6 Arbeitswochen zu 42 Stunden. Dieser grosse Einsatz von Freiwilligen kann nicht jedes Jahr geleistet werden und wird eine Ausnahme sein.

In einem nächsten Schritt geht es darum, die Statistik der letzten zwei Jahre auszuwerten und zusammen mit der Gemeinde ein Konzept zu erarbeiten, in welchem festgelegt wird, wer bei der Neophytenbe-kämpfung welche Aufgaben übernimmt und wie die Arbeit möglichst effektiv und effizient ausgeführt werden kann. Grundsätzlich ist es nicht sehr befriedigend, dass die Arbeit vor allem aus der Bekämpfung der Neophyten besteht. Anzustreben ist, die Ansiedlung und Ausbreitung der invasiven Neophyten zu verhindern. Auch dazu müssen in einem Konzept Ziele und Massnahmen formuliert werden.

Wir danken den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und allen die unsere Arbeit im letzten Jahr unterstützt haben für ihren Einsatz.

Arbeitsgruppe Neophyten

Charlotte Bühlmann

 

Jahresbericht 2019 Mauerseglerflugjahr im Kirchturm Münchenbuchsee

Jean-Claude Henry und Stefan Maurer haben die Fluglöcher der Nistkästen am 15.11.19 verschlossen.

  • 51 Jungvögel haben die Brutzeit überstanden und sind ausgeflogen
  • 15 Eier wurden nicht ausgebrütet
  • 2 Jungvögel starben
  • 2 Totvögel in Kasten 21 und 27
  • 2 Kasten wurden nicht benutzt

Fazit:

2019 war für „unsere Mauersegler“, nach zwei guten Brutsaisons 2017/18, wieder ein sehr schwieriges Jahr. Nach einem sehr regnerischen und kalten Mai (mit mehreren Frostnächten) folgte ein regnerischer und kühler Juni. Die Mauersegler waren in dieser Zeit kaum zu sehen und einige Paare sind gar nicht mehr zurückgekehrt und haben das Gelege nicht mehr bebrütet. (15 Eier). Glücklicherweise folgte dann ein warmer Juli, so dass die späteren Gelege einigermassen „über die Runden kamen“. Erfreulich war, dass bis auf 2 Nistkasten alle 30 Kasten kurz oder länger benutzt wurden. In den Kasten 21 und 27 haben wir je einen Totvogel gefunden. Im vergangenen Februar haben Kurt Lienhard, Jean Claude, Ursula Maurer und ich die Kasten gereinigt und mit einem Antiflohmittel (von Lisbeth Lobsiger) behandelt. Diesen Sommer haben wir keine Mauerseglerlausfliegen beobachten können!

Bericht von Stefan Maurer

Vögel im Park

Filmvortrag mit Live Kommentar Martin Leuenberger, versierter Naturfachmann und Präsident Naturschutzverein Wasen im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee am Montag 25. November 2019.

Die über 60 anwesenden Besucher, einige von benachbarten Naturschutzvereinen (Bolligen-NUBIS, Meikirch und Wohlen) und vom FOK (Feldornithologiekurs, der von der Berner Ala und vom Berner Vogelschutz organisiert wird), bekamen nebst Informationen zu den Vögeln, die im Schosshaldenfriedhof in Bern vorkommen, auch die Anfänge von Martin Leuenbergers Aktivität für den Naturschutz mit. Er erzählt uns auf witzige Art, wie dank seinem Fensterplatz zur Schulzeit aus dem ursprünglich einen Nistkasten für Mauersegler nun 298 Bruten entstanden sind, und er die Vogelstimmen besser kennt als Französisch.

Als selbständiger Gärtner in Wasen und als nach wie vor aktiver Gründungspräsident des NV Wasen hat er natürlich einen besonderen Bezug zu Friedhöfen, wie dies der vogelfreundliche Schosshaldenfriedhof in Bern darstellt. Diese 16.8 ha grosse Parkanlage mit ihren alten Baumbeständen bietet vielen Tierarten einen geeigneten Lebensraum und so konnten zahlreiche Vögel im Verlaufe des Jahres durch den Naturfilmer Kurt Mohler gefilmt werden. Nebst den Vogelstimmen erklärte Martin zu den diversen Vögeln deren Ansprüche und Eigenarten. Zum selten gewordenen Gartenrotschwanz zeigte er uns einen speziellen Nistkasten mit viel Lichteinfall, aber mit Doppelloch, damit Jungvogelräuber wie Elstern und Eichhörnchen nicht in den Kasten eindringen können. Mit dem Vorbau werden die Jungen vor zu viel Nässe, die auch durch die Altvögel eingeschleppt werden kann, geschützt. Das Wasser tropft im Vorbau ab, und die Jungen bleiben somit trocken und warm. Unterdessen finden auf dem Friedhofgelände gut 10 Bruten des Gartenrotschwanzes pro Jahr statt. Dieser, wie die übrigen Vögel, brauchen nebst der geeigneten Niststelle die passende Nahrung. Für die Jungvögel sind das meist proteinreiche Raupen und Insekten. Dazu braucht es viele einheimische Pflanzen, welche von z.B. Schmetterlingen als Basis zur Ablage ihrer Eier genutzt werden und dort dann die Raupen ihre Nahrungsgrundlage finden. Die grosse Blütenvielfalt und die lückige Vegetation kann von vielen Parkvögeln, wie Garten- und Hausrotschwanz, Star, Goldammer und Amseln als Nahrungsbasis genutzt werden. Der Buntspecht hackt Höhlen in Bäume, die dann auch von Star, Meisen, Fledermäusen oder anderen Höhlenbrütern genutzt werden können. Nistkasten sollten für Blaumeisen eine Öffnung von nur 26mm aufweisen, damit die grössere und stärkere Kohlmeise da nicht eindringen kann. Für die Kohlmeise, die ihre Nahrung meist dem Baumstamm entlang sucht, im Gegensatz zur kleineren Blaumeise, die eher die Zweige absucht, können Nistkasten mit 30 bis 32 mm grossen Öffnungen aufgehängt werden. Der Kleiber verklebt meist den Bereich um den Zugang zum Nistkasten, daher sein Name. Er kann auch den Baum kopfvoran hinunterlaufen. Der durch sein lautes Lachen auffallende Grünspecht sucht am Boden seine Lieblingsnahrung, Ameisen und ihre Larven. Weiter sind z.B. der kleine, aber laute Zaunkönig, das melancholisch singende Rotkehlchen und der an eine rostige Velokette erinnernde Gesang des Girlitzes im Park zu hören. Der farbenprächtige Distelfink liebt Sämereien und die drolligen Schwanzmeisen sind meist in einer Gruppe zu sehen. In und an den Parkbäumen sind Girlitz, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Buchfink, Grünfink, Eichelhäher, Gartenbaumläufer, Zilpzalp und auch Haus- und Feldsperlinge zu sehen. Gemäss Martin sind gut 30 Vogelarten regelmässig zu entdecken.

Die zahlreichen und interessanten Fragen konnte Martin kompetent und unterhaltsam beantworten.

Der NVM bedankt sich bei Hans Jost (Technik) und Martin Leuenberger für den tollen Vortrag, bei der Kirchgemeinde Münchenbuchsee für das kostenlose Benutzen des Saales und bei den vielen Besuchern für ihr Interesse und die grosszügige Kollekte.

Bericht: Erich Lang

Distefink, Goldammer, Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper

NVM-Fondueabend

Viele aktive Vereinsmitglieder und weitere Helfer des NVM folgten der Einladung zum Nachtessen im Kirchgemeindehaus am 15. November. Beim zum letzten Mal von Felicitas Zopfi organisierten Fondue-Abend für Personen, die aktiv bei Vereinsanlässen mitgeholfen haben, kamen viele Leute zusammen und nahmen sich Zeit für einen regen und interessanten Austausch untereinander. Nach dem kleinen Apéro mit feinem Bio-Sekt, der von Thomas Scheurer mitgebracht wurde, bereiteten die Gäste nach genauer Anleitung von Marius Luterbacher das Fondue moitié-moitié (Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP) im Caquelon selber zu. Elvira Stöckli, Amin, Myriam Lang, Selina und Carla halfen ebenfalls bei den Vorbereitungen mit. So konnte am schön gedeckten Tisch das Fondue genossen und der Abend mit einem feinen Fruchtsalat und Süssem abgeschlossen werden.

Felicitas wurde für ihren grossen, über viele Jahre dauernden Einsatz im Vorstand des NVM und weitere Arbeiten mit einem Blumenstrauss verabschiedet. Erfreulicherweise haben einige Personen aus der Gruppe der Fröschliretter von der Kirchlindachstrasse den Beitritt zum NVM gleich unterschrieben. Herzlich willkommen im NVM!

Ein grosses Dankeschön vom Vorstand des NVM an Felicitas und der Gruppe von Helfern, aber auch an die weiteren freiwilligen Mithelfenden beim Abräumen und Abwaschen.

Bericht und Bilder: Erich Lang

Pflegeeinsatz Schmetterlingsgarten an der Schmiedegasse in Buchsi

Wir haben die Welt nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen!

Nach diesem Motto engagiert sich unser Verein für die Erhaltung und Neuschaffung von biologisch reichhaltigen Lebensräumen und Naturobjekten sowie deren Pflege und Gestaltung ein zur Erhöhung der lokalen Biodiversität.

Am Samstag 25. Oktober 2019 haben wurde der wegen starken Regens verschobene Einsatz zum Jäten der Wege und Schneiden einiger Pflanzen im NVM-Schmetterlingsgarten an der Schmiedegasse in Münchenbuchsee durchgeführt.

Die wuchernde Brombeerhecke wurde zur Förderung des Schwarzen Holunders zurückgeschnitten, die Wege gesäubert und dominierende Pflanzen eingedämmt. Die abgeschnittenen Blütenstände wurden unter den Brombeerranken zu einem Haufen geschichtet und können so von Insekten und z.B. auch von Blindschleichen als Versteck genutzt werden und allfällige daran vorhandene Raupenpuppen können im nächsten Frühjahr ausschlüpfen.

Zum Glück kann der NVM nach wie vor auf einige motivierte Helfer zählen, die sich zu solchen Natureinsätzen einfinden. Während den Arbeiten findet jeweils ein reger Austausch über Pflanzen, Insekten und weitere, auch private Themen statt. So ist es nicht einfach nur die nötige Arbeit, die erledigt wird, sondern immer auch ein bereichernder Austausch unter den Teilnehmenden, der stattfindet. Gerne dürfen Sie auch dabei sein. Bitte melden Sie sich bei Interesse für Natureinsätze beim NVM.

Hans-Ulrich Stucki hat auf einer grossen Tafel tolle Bilder von Schmetterlingen und Blüten aus dem Schmetterlingsgarten zusammengestellt. Diese kann bei ihm an der Schmiedegasse 6 besichtigt werden und bei Interesse kann Hans-Ulrich gerne Auskunft zum Schmetterlingsgarten geben. Es stehen allenfalls auch Wildpflanzen zum Mitnehmen für Ihren Garten zur Verfügung.

Bericht und Bilder: Erich Lang

Wie wird mein Garten lebendiger?

Wie gestalte ich meinen Garten für Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel, Igel & Co.?

Bericht zur Begehung von Gärten mit Kaspar Pfister (Gärtner EFZ und Natur- und Umweltfachmann FA, Naturgartenleben GmbH, Münchenbuchsee) am 18. Mai 2019 mit Start im Freispielpark in Münchenbuchsee.

Zu Gast bei Simone Kamer im Freispielpark, wo Kaspar Pfister mit Studienkollegen des sanu Lehrgangs zum Natur- und Umweltfachmann FA im 2017 die biologische Aufwertung dieses Parkes durchgeführt hatte, startete eine erfreulich grosse Besuchergruppe den Rundgang durch Buchsi. Kaspar konnte im FSP natürlich besonders kompetent Auskunft geben und informieren. Die vor Ort vorkommenden Blindschleichen, die sich oft unter den vorhandenen Asthaufen verstecken oder auf den Steinen vor dem Insektenhotel sonnen, konnten wir aber nicht entdecken. Auf den blühenden Wildpflanzen beobachteten wir zahlreiche Fluginsekten, was auch die Kinder, die oft hier spielen, mit Interesse verfolgen und die erhöhte Naturvielfalt im Park zu schätzen wissen.

Weiter konnte die Gruppe den am offenen Dorfbach gelegenen Garten von NVM Mitglied Charlotte Bühlmann, der vor Jahren von naturgartenleben GmbH umgestaltet wurde, besuchen. Vom Gemüsegarten bis zum renaturierten Dorfbach ist da eine breite Spanne von Elementen und Lebensräumen zu sehen. Auf dem blühenden Wiesenschaumkraut fand sich ein Aurorafalter, dessen Raupen das Wiesenschaumkraut als Futterpflanze nutzen. Eine möglichst grosse Vielfalt an Naturpflanzen, die auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen, bieten so einer grossen Zahl von Insekten eine Lebensbasis. In erster Linie sollten einheimische Pflanzen zum Blühen kommen. Einheimische Wildpflanzen passen hierher und das heisst, sie passen auch zur einheimischen Tierwelt. Der Wegerich zum Beispiel wird von 48 verschiedenen Schmetterlingsraupen genutzt. Die Beeren des Schwarzen Holunders werden von 63 Vogelarten gefressen.

Quelle Zeitschrift «Bioterra», Mai/Juni 2015 zu Brennnesseln:

Nicht nur Käferarten, Blattläuse, Minierfliegen und andere Kleintiere leben auf der Brennnessel, sondern auch 49 Schmetterlingsarten benutzen die Brennnessel für die Eiablage und als Raupenfutterpflanze. Einige der Arten sind sogar auf diese Pflanze angewiesen wie Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, C-Falter und Landkärtchen. Wichtig sind jedoch der Standort, die Menge und die Qualität der Pflanzen, denn jede Art hat eine besondere Brennnessel- Vorliebe entwickelt. Der Kleine Fuchs etwa bevorzugt Brennnesseln in sonniger Lage. Tagpfauenaugen suchen eher halbschattige, windgeschützte Bestände auf. Der Admiral liebt vereinzelt wachsende, eher mickrige Brennnesseln und das Landkärtchen grosse Brennnesselbestände, die im feuchten Schatten von Bäumen in der Nähe von Gewässern wachsen. Damit auch die zweite Generation Futter vorfindet, kann man einige der Pflanzen Ende Mai bodeneben abmähen.

Auf dem Weg Richtung Üedeli konnten wir die Naturwiese beim Höheweg-Schmiedegasse und deren Umgebung, die auch von Naturgartenleben GmbH gestaltet wurde, betrachten. Aber nicht ohne auch den darin blühenden invasiven Neophyten, das Einjährige Berufskraut, auszureissen, damit es nicht überhand gewinnt. Bei dem von Hans-Ueli Stucki, mit Unterstützung weiterer NVM Mitgliedern angelegten und unterhaltenen Schmetterlingsgarten konnten wir eine grosse Vielfalt von Blütenpflanzen auf engem Raum sehen. Die grosse Mehlschwalbenkolonie bei Familie Glauser sorgte für eine andere schöne Art von Begegnung. Der gemeinsame naturnahe Garten am Üedeli der Familie Rieser-Keller und naturgartenleben GmbH Besitzer Kurt Odermatt mit integriertem Teich war ein weiteres Beispiel eines schön gestalteten Naturgartens, in dem sich auch die Bewohner wohl fühlen, Naturbeobachtungen machen können, aber auch die Natur sich entwickeln kann.

Zum Abschluss des Vormittages zeigte uns Sabine Käser, die Parkverantwortliche der Privatklinik Wyss, einige Bereiche der grossen und naturnahen Anlage. Einerseits sind mit den Wallabies und Emus Tiere aus dem fernen Australien im auch viel von Familien besuchten Park platziert, es hat aber auch viel Raum für Vögel im grossen Park. Im Weiher tummeln sich Frösche und deren Kaulquappen und im Hochstamm-Obstgarten kommen diverse Vogelarten vor, die hier Nahrung und Nistplätze auch zur Aufzucht ihrer Jungvögel findet. Auf den gestuft gemähten Naturwiesen finden sich zahlreiche Insekten, die ihrerseits wieder als proteinreiche Futterquelle besonders für Jungvögel wichtig sind. Erfreulich ist auch, dass dieses Jahr erstmals Mauersegler in den Nistkästen der Privatklinik brüten. Die Privatklinik ist für Ihre Umgebung, die auch den Patienten zum Spazieren dient, mit dem Label der Organisation www.naturundwirtschaft.ch zertifiziert.

Der interessante Rundgang durch Buchsis Gartenvielfalt fand seinen Abschluss bei einem wohl verdienten Apéro mit dem Küchenchef Andreas Scheider. Wir vom NVM hoffen mit diesem Rundgang bei den Mitmachenden mögliche Ideen für weitere naturnahe Gartengestaltung gegeben zu haben, welche es in Buchsi noch viel mehr braucht. Unser Dank gilt an Kaspar Pfister und seinem Arbeitgeber, der diesen Rundgang kostenlos durchgeführt hat, und natürlich den Gartenbesitzern und besonders auch der Privatklinik Wyss mit Sabine Käser und Andreas Scheider für ihren Einsatz.

Einige der wichtigsten Tipps für einen naturnah gestalteten Garten stammen aus dem Bericht zum Vortrag von Kaspar Pfister »Wie wird mein Garten lebendiger?« und sind dort detailliert beschrieben zu finden.

  • ŸVielfältige einheimische Bäume, Sträucher und Pflanzen ohne Trachtlücken
  • ŸEine offene, sandige besonnte Stelle im Garten für Ruderalpflanzen
  • ŸSteinhaufen: frostsicher, d.h. 50-80 cm tief, ideal mit flachen Steinen geschichtet
  • ŸIm Winter stehen gelassene Samenstauden dienen Vögeln als Nahrung
  • ŸWeiden haben einen hohen ökologischen Wert und sind für viele Bienen die erste Nahrung im Jahr
  • ŸEine Trockenmauer schafft aber auch Lebensraum ähnlich wie ein Steinhaufen
  • ŸTeiche und Wasserstellen sind wertvoll im Garten und bringen ein erfrischendes Element dazu.
  • ŸEine Holzbeige und auch stehendes Totholz sind weitere Elemente zur Förderung der Natur
  • ŸIn privaten Gärten hat Chemie nichts verloren und die Düngung sollte mit eigenem Kompost erfolgen

Konkrete Tipps zur naturnahen Gartengestaltung und Umsetzung erhalten Sie bei naturgartenleben:

Weitere Tipps und Infos für einen lebendigen Garten können Sie auch hier erhalten. Einige Links dazu:

  • ŸBioterrra www.bioterra.ch Bioterra ist die führende Organisation für den Bio- und Naturgarten in der Schweiz. Wir setzen uns für den biologischen Anbau ein. Ihr Engagement gilt der Förderung und dem Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. (naturgartenleben ist Mitglied von Bioterra)
  • ŸBirdLife Schweiz www.birdlife.ch BirdLife Schweiz ist mit 65'000 Mitgliedern eine der grössten Naturschutzorganisationen der Schweiz. Das Netzwerk vereint 440 lokale Naturschutzvereine, 18 Kantonalverbände und zwei Landesorganisationen. Der NVM ist Mitglied von BirdLife Schweiz.
  • Floretia: Wie finde ich die passende Pflanze für meinen Naturgarten? Passend zu «Mission B» von SRF, RSI, RTR und RTS wurde der Verein Floretia ins Leben gerufen. Floretias Ziel ist, dass es allen Menschen, ungeachtet ihres Vorwissens und ihres Budgets, möglich ist, eine naturnahe Fläche zu schaffen.: www.floretia.ch
  • Ÿwww.wildbee.ch wildBee.ch setzt sich für den Schutz der Wildbienen und ihrer Lebensräume ein.
  • ŸAndermatt Biogarten hat schweizweit das grösste Sortiment für den biologischen und naturnahen Pflanzenschutz in den Bereichen Garten, Balkon und Haushalt. www.biogarten.ch
  • ŸEin Video zum Thema: www.youtube.com/watch?v=c4ypxFop6bE
  • Ÿwww.nvm-buchsi.ch

Bericht und Bilder: Erich Lang